न यॊनिर नापि संस्कारॊ न शरुतं न च संनतिः कारणानि थविजत्वस्य वृत्तम एव तु कारणम
सर्वॊ ऽयं बराह्मणॊ लॊके वृत्तेन तु विधीयते

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Rosenkranz (lat.: rosarium)

Rosenkranz

„Das Wort Rosenkranz stammt vom lateinischen Wort Rosarium, das mit ‚Rosengarten‘ übersetzt wird. Rosengewächse symbolisieren in der christlichen Ikonographie vor allem Maria, die Mutter Jesu.“ […]

„Als ‚marianische Leben-Jesu-Meditation‘ verbindet der Rosenkranz Marienverehrung und Christusfrömmigkeit, die Jesus Christus in seiner Entäußerung und seinem Leiden betrachtet. Der thematische Bogen der christologischen Meditationspunkte reicht von der Verkündigung des Herrn über Geburt, Wirken, Leiden und Sterben Jesu Christi bis zu seiner Auferstehung und der Herabsendung des Heiligen Geistes an Pfingsten.“ […]

„Insofern der Rosenkranz in seinem Grund und Wesen aus dem Gebete Jesu Christi und dem Engelsgruße zusammengesetzt ist, nämlich aus dem Vaterunser und dem Ave Maria, und aus der Betrachtung der Geheimnisse Jesu und Mariä, ist dies ohne Zweifel das erste Gebet und die erste Andacht der Gläubigen.“ (Louis-Marie Grignion de Montfort)

Aufgrund der thematischen Fülle und des daraus resultierend zahlreich vorliegenden Materials beschränken wir uns auf diesen Seiten im wesentlichen auf die Erläuterung der üblichen Gebetsweise des traditionellen römisch-katholischen Rosenkranzes, eine Übersicht der Rosenkranzmysterien und einen Abriß zu den Gebetsketten.

Aufbau, Gesätz und Gebetsweise
des traditionellen katholischen Rosenkranzes

Aufbau

• Der Rosenkranz besteht aus insgesamt 59 Perlen bzw. Knoten, die auf einer Kette oder Schnur aufgereiht sind.
• Am Kranz befestigt befindet sich eine Kette oder Schnur mit einem Kreuz und drei kleinen Perlen.
• Diese drei Perlen sind von zwei großen Perlen gerahmt, die zweite (obere) leitet in den eigentlichen Kranz.
• Der eigentliche Kranz besteht aus
– einer jeweils großen Perle für das einleitende Pater noster (Vaterunser) und das abschließende Gloria Patri (Ehre sei dem Vater) sowie
– fünfmal zehn kleineren Perlen für die Ave Maria.

Signum crucis | Pater noster | Ave Maria | Gloria Patri
Credo (Apostolicum) | Credo (Nicaeno-Konstantinopolitanum)

Gesätz 1

• Ein Gesätz = ein Pater noster, zehn Ave Maria und ein Gloria Patri.
• Jedes Gesätz wird an der großen Perle mit dem Pater noster eingeleitet
• und vor/an der nächsten großen Perle mit dem Gloria Patri abgeschlossen.

Gebetsweise (allgemein)

1. Bekreuzigung, Credo
2. ein Pater noster
3. drei Ave Maria, ein Gloria Patri
4. ein Pater noster
5. fünf Gesätze mit je einem Pater noster, zehn Ave Maria und einem Gloria Patri.

Häufig anzutreffen sind „60-perlige“ Rosenkränze mit jener ganz typisch am Kranz befestigten Kette aus drei kleinen Perlen, gesäumt von zwei großen (vgl. links) oder zwei abgegrenzten gleich großen; die Einleitung in den eigentlichen Kranz erfolgt jedoch über eine Plakette meist der Mater Maria (vgl. rechts). Es bestehen verschiedene Varianten, in den Rosenkranz einzuleiten und welches Gebet an den großen Perlen eingefügt wird. Das Grundprinzip der Gesätze bleibt indes immer gleich.

Gebetsweise (präzisiert)

Einleitung an der befestigten Kette
- Signum crucis
- am Kreuz: ein Apostolicum (während des Credos wird das Kreuz in der Hand gehalten).
- an der ersten großen Perle: ein Pater noster (bzw. ein Gloria Patri und ein Pater noster).
- an den drei kleinen Perlen: drei Ave Maria (mit je Perle eingefügten Bitten um die christlichen Kardinaltugenden).
- erste kleine Perle: Jesus, der in uns den Glauben vermehre
- zweite kleine Perle: Jesus, der in uns die Hoffnung stärke.
- dritte kleine Perle: Jesus, der in uns die Liebe entzünde.
- an der zweiten großen Perle: ein Gloria Patri (bzw. ein Gloria Patri und ein Pater noster).

Das Einfügen der Kardinaltugenden in die Ave Maria der Kette 2

Nach jedem Aussprechen Jesu Namens erfolgt die Einfügung einer Kardinaltugend, i.e.
• zwischen dem „et benedictus fructus ventris tui, Jesus“
• und dem „Sancta Maria, Mater Dei“.

• Erste kleine Perle (Glaube, lat.: fides)
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.
Jesus, der in uns den Glauben vermehre.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
• Zweite kleine Perle (Hoffnung, lat.: spes)
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.
Jesus, der in uns die Hoffnung stärke.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
• Dritte kleine Perle (Liebe, lat.: caritas)
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.
Jesus, der in uns die Liebe entzünde.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Im Kranz
- Jedes Gesätz des Kranzes wird an der großen Perle mit dem Pater noster eingeleitet
- und vor/an der nächsten großen Perle mit dem Gloria Patri abgeschlossen.
- Im Kranz werden nun die in Gesätzen (Zehnergruppen) eingebetteten Ave Maria gebetet, insgesamt fünfzig also an der Zahl.
- Als Schlußgebet des Rosenkranzes stehen bspw. das Salve Regina oder Texte aus dem Katechismus zur Verfügung.
- Wer den Rosenkranz über das Gloria Patri und Pater noster, das Credo oder ein Gebet seiner Wahl ausklingen läßt, macht nichts falsch.
- Sinnfreie Zone beschreitet freilich derjenige, der im Rosenkranz um Unterstützung im Kampf o.ä. ersucht.

Schlußgebete

Nach dem Kompendium des KKK
℣: „Bitte für uns, heilige Gottesmutter.“
℟: „Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi.“
℣: „Lasset uns beten. Gott, dein eingeborener Sohn hat uns durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung die Schätze des ewigen Heiles erworben. Wir verehren diese Geheimnisse im heiligen Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria. Laß uns nachahmen, was sie enthalten, und erlangen, was sie verheißen. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.“
℟: „Amen.“

Oratio Fatimae 3
Domine Iesu, dimitte nobis debita nostra,
libera nos ab igne inferni,
conduc in coelum omnes animas,
praesertim eas, quae misericordiae
tuae maxime indigent.
Amen.
Fatimagebet 3
O mein Jesus, verzeih’ uns unsere Sünden!
Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle!
Führe alle Seelen in den Himmel,
besonders jene, die deiner Barmherzigkeit
am meisten bedürfen.
Amen.

Rosenkranzmysterien

Die Rosenkranzmysterien gehen auf den im Entrée bereits erwähnten Trierer Kartäusermönch Dominikus von Preußen zurück, welcher diese der Tradierung nach im Advent 1409 AD in Form der im Lateinischen so bezeichneten clausulae (Schlußsätze) entwickelte. Der Sinn liegt in einer Visualierung und Verdeutlichung christlicher Glaubensmysterien und Heilsgeheimnisse, deren Betrachtung in Form einer dem Ave Maria jeweils eingefügten clausula erfolgt. Aus fünfzig von Dominikus formulierten clausulae etablierten sich jene im Glaubensalltag gebräuchlichen drei Fünfergruppen, im Gesamten beinhaltend somit fünfzehn Rosenkranzgeheimnisse. Im Oktober 2002 AD wurden seitens Papst Johannes Pauls II. zum 24. Jahrestage seines Pontifikats die Lucis mysteria dem Rosenkranz hinzugefügt.

Gaudii mysteria (Freudenreiche Geheimnisse)

quem Virgo concepisti
Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast
Lk 1,35
quem visitando Elisabeth portasti
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast
Lk 1,39–56
quem Virgo genuisti
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Betlehem geboren hast
Lk 2,1–20
quem in templo praesentasti
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast
Lk 2,22–24
quem in templo invenisti
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast
Lk 2,41–52

Doloris mysteria (Schmerzhafte Geheimnisse)

qui pro nobis sanguinem sudavit
Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat
Lk 22,44
qui pro nobis flagellatus est
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist
Joh 19,1
qui pro nobis spinis coronatus est
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist
Joh 19,2
qui pro nobis crucem baiulavit
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat
Joh 19,17
qui pro nobis crucifixus est
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist
Joh 19,18

Gloriae mysteria (Glorreiche Geheimnisse)

qui resurrexit a mortuis
Jesus, der von den Toten auferstanden ist
Lk 24,6
qui in caelum ascendit
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist
Apg 1,9–11
qui Spiritum Sanctum misit
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat
Apg 2,1–13
qui te, Virgo, assumpsit
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat
1 Kor 15,22–23
qui te, Virgo, in caelis coronavit
Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat
Offb 12,1

Lucis mysteria (Lichtreiche Geheimnisse)

qui apud Iordanem baptizatus est
Jesus, der von Johannes getauft worden ist
Lk 3,21–22
qui ipsum revelavit apud Canense matrimonium
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat
Joh 2,1–12
qui regnum Dei annuntiavit
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat
Mk 1,14
qui transfiguratus est
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist
Lk 9,28–36
qui eucharistiam instituit
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat
Mk 14,17–25

Gebetsweise der Mysterien im Rosenkranz

Das Einfügen der Mysterien in die Ave Maria des Kranzes

Wie beim Einfügen der Kardinaltugenden in die Ave Maria der Kette (s.o.)
erfolgt auch im Kranz nach jedem Aussprechen Jesu Namens die Einfügung einer clausula, i.e.
• zwischen dem „et benedictus fructus ventris tui, Jesus“
• und dem „Sancta Maria, Mater Dei“.

• Erste kleine Kranzperle
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.
Jesus, der von Johannes getauft worden ist.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
• Zweite kleine Kranzperle
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.
• Dritte kleine Kranzperle usf.
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit Dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht Deines Leibes, Jesus.
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat.
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Neue Reihung nach Johannes Paul II. (2002) 4

Dies Solis
Dies Lunae
Dies Martis
Dies Mercuri
Dies Jovis
Dies Veneris
Dies Saturni
Gloriae mysteria
Gaudii mysteria
Doloris mysteria
Gloriae mysteria
Lucis mysteria
Doloris mysteria
Gaudii mysteria

Alte Reihung (15. Jh. n. Chr.) wohl nach Adolf von Essen und Dominikus von Preußen et al. 4

Dies Solis
Dies Lunae
Dies Martis
Dies Mercuri
Dies Jovis
Dies Veneris
Dies Saturni
Gloriae mysteria
Gaudii mysteria
Doloris mysteria
Gloriae mysteria
Gaudii mysteria
Doloris mysteria
Gloriae mysteria

Ausklang: Gebetsketten und Gebetsschnüre
Mala, Fózhū, Misbaha, Komboskini, Chotki, Rosarium

In welcher Religion auch immer zählen Gebetsketten und Gebetsschnüre selbsterklärend nicht zur Substantia der Verehrung oder Anbetung, auch nicht zum sakralen bzw. liturgischen Gerät im eigentlichen Sinne als vielmehr zu den Paraphernalien. Obwohl sich viele Christen dagegen verwahren, kann bei objektiver Betrachtung weder zur (verfizierten) Herkunft der Gebetsketten noch hinsichtlich des Gebetsmodus des Rosenkranzes eine Analogie zu den (historisch älteren) Mala माला und Mantren मन्त्र des fernen Ostens verleugnet werden: Im Mantra wie auch im Rosenkranz wird gleichsam das Prinzip des repetitiven Rezitierens praktiziert. Darüber hinaus weisen mantrische Gebetsformen sowohl im orthodoxen Christentum als auch im Islam hohen Stellenwert auf. Wie die Mantramistik in fernöstlichen Religionen komplexere Inhaltlichkeit und Dimensionalität aufweist, als es bei manchem den Anschein erweckt, so auch das Rosenkranzgebet in der katholischen Spiritualität, Soteriologie und Mystik.

Aktuellen wissenschaftlichen Forschungsresultaten zufolge entstammen die frühesten Zeugnisse einer Mala Gemälden frühbrahmanischem Stils etwa des 1. Jhs. n. Chr., wobei (noch) keine Verifikation vorliegt, inwieweit diese bereits zum Gebete als vielmehr zum Schmucke herangezogen wurden. Die früheste Darstellung einer Mala zum Zwecke mantrischer Rezitation führt in die Dynastie der Nördlichen Wei des 4.–6. Jhs. n. Chr zurück, welche uns das Bildnis eines die Mala zum Mantra nutzenden Bodhisattvas hinterließ. Die erstmalige literarische Referenz zur rezitativen Anwendung einer Gebetskette entstammt dem Fóshuō Mù Huànzǐ Jīng 佛說木槵子經 (cf. Taishō Tripiṭaka, Vol. 17, № 786) aus der Zeit der Östlichen Jin des 4.–5. Jhs. n. Chr., ein Mahayana-Text, dessen Translation aus dem Sanskrit erfolgte. Es kann mit ziemlicher Sicherheit ausgesagt werden, daß die Concordia der Mala und Mantren hinduistischem resp. buddhistischem Habitus entspringt. Beachtenswert hierzu der Begriff sūtra सूत्र, welcher originär „Faden“ oder „Kette“ (!) bedeutet und im übertragenen Sinne „Lehrsatz“ bzw. „Lehrrede“. Im Chinesischen ist von den Fózhū 佛珠 (Buddhaperlen) und Huànzǐ 槵子 die Rede, desweiteren von den Niànzhū 念珠 und Shùzhū 數珠 als Begriffe für Gebetsketten per se, beide letzere benennen auch den Rosenkranz als eine solche. Der chinesische Terminus für das Mantra lautet Zhēnyán 真言, „wahre Worte“.

In den Weiten der arabischen resp. islamischen Welt fand die dort so benannte Misbaḥa مسبحة bereits in den Anfängen des Islam im 7. Jh. n. Chr. über Abū Bakr أبو بكر (einer der frühesten Anhänger des Propheten und der erste der vier rechtgeleiteten Kalifen) einflußreiche Rezeption im Sinne repetitiven Rezitierens. Eine Misbaḥa besteht aus 11, 33 oder 99, traditionell 99 Perlen (33x3), mittels derer die 99 Namen Allahs gepriesen werden (dhikr Allāh ذكر الله) oder je 33x die drei Gebetsformeln der tasbīḥ تسبيح, ḥamdala حمدلة und takbīr تَكْبِير sowie an der Imamperle das aš-šahāda الشهادة gesprochen oder gesanglich intoniert werden. 5 Aus den Riten des Sufismus weiß man um Misbaḥa mit wesentlich höherer Perlenanzahl. Die aus indischer Nachbarschaft bereits länger bekannte Gebetskette wird sicherlich auch im Arabischen nach neo- bis xenophobischer Beäugung zunächst zu schmückenden Zwecken wie auch zum Zeitvertreibe und Fingerspiel, als Handschmeichler u. dgl. Anwendung gefunden haben, bevor sie Einzug ins Religiöse hielt. Im Türkischen ist die Misbaḥa mit dem Terminus Tespih (cf. tasbīḥ, Lobpreisung) bezeichnet. Im Profanen wird die Misbaḥa oder Tespih gleichsam zur Herrenausstattung herangezogen und zählt zu den Symbolen von Männlichkeit an sich („ein Mann ohne Tespih ist kein richtiger Mann“). Im Religiösen auch weithin Paraphernalia einer Moschee مسجد (masǧid), findet die Misbaḥa nicht in allen muslimischen Denominationen Akzeptanz.

Es wäre nun abwegig anzunehmen, Gebetsketten und Gebetsschnüre seien in den bereits im Urchristentum sich entwickelnden altkirchlichen Patriarchaten und den auf diese rekurrierenden Ostkirchen des orthodoxen Christentums ein Unbekanntes gewesen: Komboloi Κομπολόι und Komboskini κομποσκοίνι lauten die Begriffe der griechischen Orthodoxie; ersterer definiert das profane Zeitvertreibs-, Fingerspiel- und Herrenausstattungsobjekt, letzterer die religiöse Gravis beinhaltende Gebetsschnur oder Gebetskette. Die Glaubensgemeinschaften der Orthodoxie grenzen erheblich näher an die arabische Welt oder befinden sich innerhalb dieser (cf. assyrische Kirche, altorientalische Kirchen, Byzanz etc.), sodaß hinsichtlich der Komboskini das Vorbild der arabischen Misbaḥa mehr als naheliegt – zumal sich die Parallele der profanen wie auch religiösen Usance allzu frappierend zeigt. Die Assimilation der Gebetsschnüre im Orthodoxen ging so auch in den Weiten der russischen Orthodoxie seinen Gang; die russischen Termini lauten Chotki чётки und Lestovka лeстовка. Es ist zu konstatieren, daß im Orthodoxen eine gewisse Neigung zur Gebetsschnur besteht, welche in der Regel aus 100 Knoten geknüpft, im Zusammenhang mit den vielfältigen Gebetsformen der orthodoxen Traditionen jedoch auch Varianten mit 25, 30, 33 oder 500 Knoten etc. zu nennen sind.

Die Einführung von Gebetskette oder Gebetsschnur ins Christliche wird nun aber dem Heiligen Dominikus zugeschrieben, woraus sich in den Zeitläuften der Rosenkranz entwickelt habe. Hierzu ist anzufügen, daß Dominikus, der Ordensbegründer der Dominikaner (Ordo Praedicatorum), um 1170 AD im Altkastilischen zu Zeiten des al-Andalus الأندلس und der Reconquista geboren wurde und 1221 AD in Bologna verstarb. Der offiziell so datierte Beginn des Morgenländischen oder auch Großen Schismas 6 erfolgte 1054 AD. Der Erste Kreuzzug hob an in 1096 AD, der Zweite in 1147 AD. In der Lebensspanne des Dominikus erfolgten der Dritte, Vierte und Fünfte Kreuzzug. 7 Dominikus kann in einer solch ereignisreichen Atmosphäre von vielen Seiten Kunde und Kenntnis über die morgenländischen Gebetsketten erhalten haben. Zudem waren diese nachweisbar auch im Okzidentalen nicht vollständig unbekannt: Im Vorfelde des 13. Jhs. kann von christianisierender Adaption in Form der Paternoster-Schnur gesprochen werden. Bestandteil umfassender(er) profaner oder religiöser Anwendung war letztere nicht; sie blieb dem Umfeld der Eremitage u. dgl. vorbehalten. Dem Dominikus sollte sie wohl nicht fremd gewesen sein, da die Überlieferung nun auch will, daß aus der Paternoster-Schnur der Rosenkranz erblühte. Wie auch immer gedreht oder gewendet, kann sich diese dem Dominikus zugeschriebene Einführung der Gebetsketten nur auf die Einführung innerhalb des abendländischen Christentums beziehen, und es erstaunt nicht, daß zum Mindesten der Tradierung nach gerade der Spanier Domingo die Gebetsketten im Abendlande etablierte. Eine wesentlich frühere Rezeption der Mala resp. Misbaḥa im Orthodoxen und jener (sehr viel) späteren im Katholischen, gerne via Santo Domingo, kann all daher als gesichert gelten. Die Datierung des 12./13. Jhs. zur Einführung der Gebetskette durch Dominikus geht sehr eindeutig mit den im Folgenden skizzierten Zeit- und Ereignisabläufen im abendländisch Katholischen konform. Damit schließt sich der Kreis. 8

Der Rosenkranz (lat.: Rosarium) geht auf die im Obigen eruierten fernöstlich wie morgenländisch monastischen Traditionen der Gebetsketten und -schnüre aus etwa dem 3. bis 5. Jh. n. Chr. zurück, deren eigentliche Ursprünge im Indischen wohl noch vor des 1. Jh. n. Chr. liegen. Etwa ein Jahrtausend später vermutlich seitens des Kartäusermönchs Heinrich Eger von Kalkar im 14. Jh. grundformuliert, wurde im folgenden 15. Jh. die weithin bekannte traditionelle Form des Gebetszyklus von seinen Ordensbrüdern Adolf von Essen und Dominikus von Preußen zum Ausdruck gebracht. Pius PP. V. widmete nun im 16. Jh. den jeweils ersten Sonntag im Oktober der Sancta Maria de Victoria, sein Nachfolger Gregorius PP. XIII. modifizierte dies zum Festum Beatae Mariae Virginis a Rosario, zum Fest des Rosenkranzes zum je 7. Oktober. Der Rosenkranz an sich entstand im finalen Crescrendo der Reconquista und der Hochphase der Kreuzzüge, wurde aber nicht als Hohelied auf diese konzipiert. Im weiteren Verlauf avancierte das Rosenkranzgebet im Katholischen zu einer der relevantesten und vielschichtigsten Gebetsandachten. Die Vielzahl der in den Jahrhunderten seitens verschiedener Päpste verfassten Encyclicae und Summi Pontifices zum Rosenkranz, die mannigfaltigen Gebetsvarietäten des Pastorals und des Volksglaubens sowie die zahlreich vorliegende Literatur zum Thema mögen genügen, um einen Eindruck zu vermitteln von der seelischen Tiefe, liebenswerten Warmherzigkeit und leuchtenden Schönheit im frommen Herzen des eigentlich Katholischen.

CR 220506, 09:55h

✠✠✠

Fußnoten

  1. Ursprünglich repräsentiert ein Gesätz „einen Satz, genauer gesagt einen Nebensatz, der nach dem Wort ‚Jesus‘ in das Ave Maria eingefügt wird und eine bestimmte Betrachtungsweise aus dem weltlichen Leben Jesu oder ein anderes Heilsereignis in den Mittelpunkt stellt“ (oder auch eine Kardinaltugend etc., sei ergänzend hinzufügt). Im Glaubensalltag jedoch (nota bene auch seitens des Vatikan) wird der Terminus üblicherweise im Sinne der angeführten zusammenfassenden Interpretation verstanden (ein Gesätz = ein Pater noster, zehn Ave Maria und ein Gloria Patri). Auf die „Nebensätze“, besser „Schlußsätze“ (lat.: clausulae) wird in den Rosenkranzmysterien noch eingegangen werden.
  2. Die christlichen Kardinaltugenden lauten in Reihenfolge: 1. fides (Glaube), 2. caritas (Liebe), 3. spes (Hoffnung).
    Die weiteren christlichen Tugenden lauten in Reihenfolge: 1. prudentia (Weisheit), 2. iustitia (Gerechtigkeit), 3. fortitudo (Tapferkeit), 4. temperantia (Mäßigung).
    Summa summarum ist von den sieben christlichen Haupt- oder Kardinaltugenden die Rede; diesen gegenüberstehend die sieben Todsünden (nach Gregor dem Großen).
    Die sieben Todsünden lauten in Reihenfolge: 1. superbia (Hochmut), 2. avaritia (Geiz), 3. invidia (Neid), 4. ira (Zorn), 5. luxuria (Wollust), 6. gula (Völlerei), 7. acedia (Trägheit).
  3. Das Fatimagebet ist kein seitens des Sancta sedes approbiertes „offizielles“ Rosenkranzgebet, wird aber in der Praxis häufig und an verschiedener Stelle eingefügt.
  4. Die Reihungen sind als Empfehlungen zu verstehen.
  5. „Der hundertste Name Allahs ist unaussprechlich und den Menschen unbekannt“, so der Islam (cf. der unaussprechliche Name Gottes der jüdischen Religion; das Tetragrammaton יהוה). Ein geflügeltes Wort aus dem Ägyptischen vermerkt hierzu: „Den hundertsten Namen kennt nur das Kamel. Deshalb sieht es auf die Menschen herab.“
  6. Das Morgenländische oder auch Große Schisma (lat.: Schisma Graecorum, gr.: Σχίσμα Λατίνων), die Glaubensspaltung zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen, im Kern bereits bestehend um 1024, vorangetrieben durch Ereignisse des Vierten Kreuzzugs 1204. Seitens Roms final vollzogen 1729, seitens der Orthodoxie besiegelt 1755.
  7. Die Angaben basieren auf der klassischen Zählweise der Kreuzzüge, welche als hyperonym bezeichnet werden kann. Angesichts deren Vielzahl besteht indes kein Konsens darüber, welcher cohyperonyme oder hyponyme Kreuzzug in die Kategorie „eigenständige Kreuzzüge“ zu rubrizieren ist. Im Zeitgenössischen wurden die Kreuzzüge expeditio, iter in terram sanctam (Reise ins Heilige Land) oder peregrinatio (Wallfahrt, Pilgerfahrt) bezeichnet, die Kreuzfahrer resp. Kreuzritter als peregrini (sich betrachteten) und so die Intention einer armed pilgrimage formulierten. Der französische Begriff croisade entstammt dem 15. Jh., die deutsche Übertragung „Kreuzzug“ der Moderne.
  8. In der jüdischen Religion wurden Gebetsketten und -schnüre nicht adaptiert. Das Judentum kennt die Tefillin תפילין (təfillin), die auch als Phylakterien benannt sind: Gebetsriemen mithin, deren Anwendungsprinzip aber ein gänzlich anderes ist. Die Tefillin sind seit der Antike verbürgt; später wurde das Inhaltliche hierzu von rabbinischer Seite im Talmud תַּלְמוּד festgelegt.
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