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Lilith
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▷Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. (Text)
Begriffe & Inhalte
Wie die Mondknoten zählt Lilith als Achsenpunkt (Apside) der Mondumlaufbahn zu den relevanten sensitiven Punkten eines Horoskopes. Weil die Positionsermittlung der Lilith einige Probleme aufwirft, besteht ein kleiner Diskurs um ihre Berechnung und ob nun mittlere, wahre oder interpolierte Lilith divinative Priorität zu genießen habe. Ferner wurde/wird um einem Planeten Lilith theoretisiert, der nur als Schatten zu sehen sei – und der aus diesem Grunde fachdisziplinär verständlich wenig Rezeption findet. Den axialen Gegenpol Liliths bildet Priapus, der hier aus verschiedenen Gründen nicht thematisiert wird.
• Mittlere Lilith | Zweiter Brennpunkt der Mondbahn
• Wahre Lilith | Idealisiertes Apogäum
• Interpolierte Lilith | Realiter-Apogäum
Die Behandlung astronomischer Bezugnahme(n) ist jedoch vielschichtiger. Weil das Technische nicht unser Anliegen ist, verzichten wir auf ausführliche Erläuterungen zu den Berechnungsgrundlagen; bei Interesse an diesen sei auf die hierzu vorzüglichen Zeilen Werner Helds verwiesen.
In den wesentlich rezipierten Betrachtungen Liliths handelt es sich astronomisch zum einen um das Apogäum (Apoapsis) des Mondumlaufs, dessen erdfernsten Punkt also, zum anderen um die Definitiongrundlage Liliths als zweiten Brennpunkt der komplizierten Mondbahnellipse (besser Epizykloid) und in beiden Ansätzen um die metaphysische Dimensionalität des Schwarzen Mondes, der Schattenseite des Weiblichen.
Die Assoziation Schwarzer Mond/Schattenseite darf nicht gleichgesetzt werden mit der eigentlichen Schattenseite des Mondes, der Dark Side of the Moon, die astronomisch im Kontext zu dessen Rotationsdauer steht, wobei der Mond für eine vollständige Umdrehung um sich selbst (um seine eigene Achse) ebenso lange benötigt wie für seine Umrundung der Erde (Synchronizität). Daher zeigt der Mond stets seine „Vorderseite“, und daher der berühmte Terminus der metaphysisch heiklen Dark Side of the Moon.
Black Moon Lilith zeichnet als Achsenpunkt der Mondbahn und ist somit engstens dem Monde verbunden, ist aber nicht der Mond. Summa summarum zeitigen aus dem soeben kurz Eruierten gewichtige metaphysische Faktoren für jene sublunare Welt, die Erde.
Through the years
Citations & Empiricals
Wer als Astrologe aus welchen Gründen auch immer die Wirkmächtigkeit lilith’scher Konstellationen bezweifelt, sollte schleunigst seinen Job an den Nagel hängen. […]
Derlei Verlautbarungen sind gleichbedeutend der Behauptung, ein Berg sei kein Berg, eine Wüste keine Wüste und ein Meer kein Meer. […]
Autoren solcher Elaborate ist anzuraten, sich in ihrem Geschreibsel besser Schmierblättern wie der Bild-Zeitung, der Neuen Post etc. anzudienen. […]
Wenn sie schon dabei sind, warum streichen sie nicht gleich noch Sonne und Mond? Man muß als Astrologe schon blind und taub und hirnlos sein, um das nicht zu bemerken. […]
Skeptizismus hilft da nicht. Rechnen auch nicht. Wer viel skeptiziert und rechnet, spürt nicht viel, und folgert falsch. Beides zerstört die Deutung. […]
Haben sie schon längst zu toxischen Texten erklärt, oder wahlfrei überkommen irrationalem Aberglauben. Und die Neoastrologen machen mit. Wer nicht mitmacht, wird ausgeschlossen. Immer dasselbe. […]
Mancherorts sind sehr bäuerliche Einschätzungen und Redeweisen nicht allein zu Lilith vernehmbar. Brahmana gelten nichts mehr, nur Shudra, Vaishya und Kshattriya. […]
Das ist Metaphysik und keine Maschine. Es ist wesenhaft, und zeigt sich im Lebendigen. Mit konventioneller Logik kommst du da nicht weiter. Werd’ lieber Wissenschaftler, Ideologe oder dergleichen. […]
Control-Freaks und Logiker fühlen sich anfangs wohl im Astrologischen. Auf Dauer verzweifeln sie ein bißchen. […]
Wir kennen den Mond von Anfang an, seit Tausenden von Jahren, und noch immer bleibt er enigmatisch. Hüte dich vor seiner dunklen Seite. Selbst die Skorpione schrecken vor ihr zurück. […]
Wer ein umfangreiches Buch darüber verfasst und dazu noch eine Ephemeride entwickelt, der hat wohl einiges verstanden. Daher zählen wir ihn zu den respektablen Astrologen. […]
Computare bedeutet (be)rechnen, Astrologie bedeutet divinieren. Positionen müssen wir berechnen. Divination mathematisieren zu wollen, sollte man bleiben lassen. […]
Die Majorität deutscher Neoastrologen-Grandezza besteht aus Relativierern, Psychologen, Aberglaubensbekämpfern, Rechenmaschinen und Computerfreaks. […]
Aus den Online-Horoskopen halten sie die Lilith erst mal raus. Und dann haben sie ja ihre Abwiegler, die sie in die Bütt stellen. Trotzdem forschen unsere Aggiornamento-Astrologen, sonst hätten sie dem Koch kein Lametta gegeben. […]
Wir haben da in der weltweiten Schicksalsdeutung eine lange Schlange von Leuten, die das um ihrer Bereicherung willen betreiben. Da muß man sich ja hinten anstellen. […]
Geh’ mir doch mit den Pfarrern. Schwer zu sagen, ob die weniger Ahnung haben oder die Psychologen. […]
Wie will denn einer ein Astrologe sein, wenn er die Metaphysis mit Anlauf und aller Gewalt eines Banausen ins Szientistische oder Reformistische zwingen will? […]
Ermüdende Einwände finden sie immer. Sie winden sich wie die Aale. Dialektik nennen sie das, oder Perspektivismus. Ich nenne das den sicheren Weg in die Verwirrung. […]
Wenn Sie die Schriftenreihe Astrologie und Erkenntnis gelesen haben, können Sie kein Horoskop mehr deuten. […]
Zeitgeistopportunisten, Lehrmeinungstrompeter, Maulwurfsblinde und Vereinsmeier, besonders krass, wenn sie gnomenhaft und rechthaberisch daherkommen. […]
Männer nennen Sie das. Machen Sie sich nichts vor. Dem Matriarchat haben die sich schon längst unterworfen, und jetzt auch noch der Lilith. […]
Im Deutschen haben sie ihr den fulminantesten Freibrief verliehen. Leichtes Spiel für sie. […]
In der Wahnsinnsspirale sogenannter Befreiung wurden Tore sperrangelweit geöffnet, die aus guten Gründen lange Zeit soweit irgend möglich verschlossen gehalten wurden. […]
Eine schwache Lilith im Horoskop macht sich wenig bemerkbar. Je prominenter sie steht und noch Verbündete findet, umso gravierender entfaltet sie sich. […]
Lilith offenbart sich nicht durch Reden und Begründungen. Sie schreit’s auch nicht aus sich heraus. Sie wirkt kontinuierlich, wie eine Säure auf ein Holz. […]
Sträflich fürwahr, sich einlullen zu lassen. Sträflich fürwahr, ihr Macht zukommen zu lassen. Wer Hexen und Sirenen in Toleranz begegnet, ist nicht weise, sondern degeneriert. […]
Manchmal ist sie äußerst anhänglich. Manche verfallen ihr. Die Dümmsten sind die, die’s dann doch bemerken und noch immer nicht glauben. […]
Wenn sie’s nicht glauben, sollen sie’s halt bleiben lassen, solange ihr Beschwichtigen nicht andere ins Messer laufen läßt. Genau das aber findet statt. […]
Euphemystiker hatte ich sie genannt, aber das ist im Grunde falsch. Mit Mystik haben sie schon lange nichts mehr am Hut, umso mehr mit den Euphemismen. […]
Das zieht sich bis in die Monomoirien, wo sie mild duftende Blümchen-Systeme verzückter US-Ladys lancieren. Liest sich wie Rolf Kauka’s Bussi Bär. […]
Noch so ein idealisierender Elfenbeintürmchen-Astrologe, der nicht weiß noch wissen will, was eine Konstellation in der Praxis macht. […]
Ich befürchte, daß sie bald 60 Geschlechter in die Gestirne bugsieren, im Stile wie Zuckerberg das gemacht hat. […]
Sie haben schon auch gute Leute, Erik van Slooten zum Beispiel. Die Neos haben ihn jahrelang gemobbt. […]
In Deutschland muß man aufpassen. Wer sich zu weit aus dem Fenster lehnt, wird ins psychisch Kranke entsorgt. Gibt aber auch Gegenden, in denen die Knochen brechen, so man sich der Metaphysis widmet. […]
Deutsche sind sehr gründlich, besonders in der Umkehrung der Dinge. Aus dem männlichen Sol machen sie ein Weib, aus der weiblichen Luna einen Kerl. […]
Sie wollen uns einreden, nicht unseren Wahrnehmungen zu vertrauen, sondern nur ihrer rationalen Engstirnigkeit Glauben zu schenken. […]
Es ist typisch technokratische Beschränktheit, Astrologie mit wissenschaftlichen Methoden beweisen zu wollen. Man kann nicht mittels Mistgabeln Metaphysik erfassen. […]
Nennen Sie’s revidiert, psychologisch oder wissenschaftlich, nennen Sie’s Mistgabeln, Schwerter oder Schraubenzieher. Mit alldem kommen Sie ans Metaphysische nicht heran. […]
Wissen Sie, den Ultras kann man nicht helfen. Hardcore-Christen wittern in mir den Satan, und in meinem Büro Hells Kitchen. […]
Astrologische Prinzipien und Konstellationen kann man nicht verbieten. Es gibt schöne, unschöne, und es gibt schlimme. Letztere sollte man bestmöglichst meiden. Eine Binse. […]
Lilith torpediert kaum die greifbaren Dinge. In ihrem bevorzugten Zielfokus liegt das Selbstwertgefühl, und sie erniedrigt gern mittels der Augen, den Blicken. […]
Unaufhörlich redet sie den Mann klein, schwach und schlecht. Schon im Ansatz und auf Schritt und Tritt versucht sie, die Bewegung des Maskulinen zu untergraben, zu verhindern. […]
Nicht Gerechtigkeit und Ausgewogenheit zwischen Mann und Frau liegt in ihrem Wollen, und nicht des Mannes Unterwerfung gewinnt sie Genuß ab. Ihr geht es um Vernichtung. […]
Das Christentum hat ohne Zweifel vieles dazu beigetragen, die Anzahl derer zu vermehren, die einfach nicht wahrhaben wollen, daß ein Raubtier kein Schoßhund ist und auch nienichten werden wird. […]
Sanftmut. Mit Sanftmut kommen Sie nicht der Lilith bei, speziell dann nicht, wenn Sanftmut in Schwäche, Ohnmacht und Submissivität wurzelt. Sie bemerkt das schnell. […]
Sie hat dem Pater den Krieg erklärt. Der moderne Mann ist verweichlicht, zutiefst erschocken ob ihrer Bösartigkeit und überfordert ob ihrer Entschlossenheit. Die Reconquista des Mannes steht an. […]
„Die Liebe besiegt alles.“
Vielleicht im Himmel. Auf Erden nicht. […]
Sie ist ohne Not in der Lage, einen liebreizend anzulächeln und dabei das Messer ins Herz zu rammen. […]
Terrorismus im politischen Sinne entspricht nicht ihrem Stil. Lilith glänzt durch Unmaßgeblickeit in den Horoskopen der RAF. […]
Lilith und die Knoten sind verwandt. Doch selbst ihr graut es vor Ketu. Ein Restbestand eigentlicher Weiblichkeit. […]
Die Achsen [des Mondes] sind gefährlich. Es bedarf schon einiges an Gottvertrauen, vielleicht Naivität, um nicht ins Zweifeln zu geraten, warum er, der die Liebe sein soll und das absolut Gute, solches erschaffen hat oder zuläßt. […]
Viele kategorisieren nicht in Gut und Böse oder dergleichen, sondern komplementäre Ausdrucksformen. Der Herrscher des Olymp wiederum galt als das sowohl absolut Gute als auch absolut Böse. Die All-is-one-Spekulation. […]
Wenn man sagt, alles sei eins, hat man’s leichter damit, oder macht sich’s. Viele sind sich dessen sicher. Aber niemand kann sich dessen sicher sein. […]
Sehr präzise endet bei den allermeisten Menschen das Relativieren um Gut und Böse dann, wenn letzteres in ihr Leben tritt. […]
Liliths Namen mit „Nachtschwalbe“ oder ähnlichem zu vertuschen, macht die Dinge keinen Deut besser. […]
Leichenbitter ist sie nicht. Ihr Humor ist kühl, unterkühlt, voll des Spottes, und der eines Bestatters. Im Streit wird sie ätzend, zynisch und phaulistisch. […]
Die Lilith im Schilde führende Feministinnen täten gut daran, sich nicht darauf zu verlassen, von ihr geschützt zu werden. […]
Lilith scheidet nicht zwischen Mensch und Tier. Sie quält die einen wie die anderen. Gib ihr Macht, und sie wird sie mißbrauchen, und sie pfeift auf Schuld und Sühne. […]
Die Ansicht, sie trage auch Fürsorge in sich, kommt der Schau gleich, ein Metzger hüte die Kühe aus Tierliebe. Als Pflegerin ist sie Mildred Ratched. […]
Viele Mädchen, die das favorisieren, färben sich die Haare hexenknallrot oder höllentiefschwarz und lassen sich grün und blau tätowieren. Sie selber hat das nicht so nötig. […]
Was man ihr anrechnen muß, ist, daß sie in höherem Alter nicht in wasserstoffperoxidem Hellblau und Leoparden-Jogginghosen herumläuft. […]
In ihrer Gegenbewegung ist sie recht tollkühn, der Feigheit kann man sie nicht bezichtigen. Noch weniger aber ist sie aufopfernder Natur. […]
Softies zugrunde zu richten, ist Liliths leichteste Übung. Sie hat große Freude daran, betrachtet das als Steilvorlage und beendet es souverän via Knockout in der ersten Runde. […]
„Das sind keine Männer mehr.“ Damit hat sie recht. Hier findet sie kaum noch Gegner, nur noch Opfer, kaum noch Helden, nur noch Märtyrer, kaum noch Herrscher, nur noch Unterwürfige. Und Narren, die ihr eigenes Geschlecht bekämpfen. […]
Sie will sich in deinem Kopf festsetzen, über die sexuelle Schiene. Wenn du sie reinläßt, kriegst du sie schwer wieder raus. Hat sie dich verdorben, kommst du mit anständigen Frauen nicht mehr klar. […]
Einige Religionen postulieren, man sei frei davon, würde es werden oder sei geschützt, gehörte man der ihren an. Einer Nachprüfung hält das nicht stand. […]
Ob hier zusammengedacht wird, was auseinandergehalten werden sollte, fragen wir uns selbst durchaus. Jedenfalls sehen wir, was geschieht. […]
Das Gros deutscher Astrologen dieser Generationen wird das niemals annehmen. Reprodukteure modernistischer Vorstellungsinhalte, die sie sind, errichten sie Mauern. […]
„Das würde ja bedeuten…“ „Ja, bedeutet es. Alle die Lilith warum auch immer ausschließenden Systeme sind defizitär.“ […]
Der größte Fehler ist die Hybris, die Superbia. Der daraus resultierende zweitgrößte ist die Megalomanie, und der drittfolgende der Anthropozentrismus. […]
„Die Sterne machen geneigt, zwingen aber nicht.“
Ein Apodiktum aus Erde und Metall.
Wie kann einer, der astrologische Determinismen negiert und die Freiheit der Willensentscheidung priorisiert, sich allen Ernstes für einen Astrologen halten? […]
Erstes Gebot ist, im Klienten auch bloß keine psychischen Ängste auszulösen. Resultat ist, die Deutung gleicht einem mit Weichspüler angerührten Kinderpudding. […]
Den Wahrheit Sprechenden der Verantwortungslosigkeit anzuklagen, ist die Sprache der Schlange. […]
Im Wasser steht sie stark, besonders im Krebs und im Skorpion; in den Fischen lebt sie ein Doppelleben. Beim Taurus hat sie’s leicht. Mit der Jungfrau hadert sie, der Steinbock liegt ihr gar nicht. Im Feuer wird sie eitel, plumb und ordinär, aggressiv und gefällt sich im Größenwahn. In der Luft wird sie verspielter, und umherflirrend. […]
Man kann Lilith nicht bessern und nicht zähmen. Wer aber meint, sie schlage dauernd wild um sich und hyperventiliere permanent, geht fehl. Lilith ist kein Zappelphilipp. […]
Ja, sie gründet tief. Sie weiß viel, ist sehr intuitiv und hat das Shining. Macht aber nichts daraus. Im Gegenteil. Sie zieht die Dinge in die Verzerrung des Overlook Hotels, des Twin Peaks of the Night. […]
Es wäre unangemessen, im Falle Liliths von Arroganz im eigentlichen Sinne zu sprechen. Ihr Wesenskern ist ein hochgradig antagonistisch destruierender und weniger hochmütiger. […]
• Kann sie lieben? … Mögen vielleicht eine Zeitlang.
• Ist sie schön? … Vielleicht war sie’s mal.
• Ist sie intelligent? … Mmh. Gerissen, aber nicht weise.
• Hat sie was Männliches? … Nein nein, das ist ein Weib.
• Kann man mit ihr reden? … Nein. Sie ist, wie sie ist.
• Kann man ihr vertrauen? … Fragst du das im Ernst?
CR in primis decenniis saeculi XXI
Literatur
▶Das Alphabet des Ben Sira 
▶The Science of Foreknowledge 
▶Lilith und Priapus
Hommages de l’art à Lilith
oder auch Die Kunst ist eine Hure

Faust and Lilith | Richard Westall | Öl auf Leinwand 1831

Lilith | John Collier | Öl auf Leinwand 1887
לִילִית
Lilith
„Denn unser Kampf ist nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die Gewalten, gegen die Mächte, gegen die Weltbeherrscher dieser Finsternis, gegen die geistigen Mächte der Bosheit in der Himmelswelt.“
Epheser 6,12
Das Daemonium Liliths war dem Menschen bereits in den alten Kulturen Mesopotamiens bewußt und ist damit eine seit langer Zeit bekannte Ausdrucksform der unheilvollen metaphysischen Varietät. Im Biblischen (besser in den Nevi’im des Tanach) findet Lilith einzig Erwähnung in Jesaja 34,14. 1 Jüdisch-mythologisch originär als die aus dem Paradies Verstoßene, sich mit Dämonen paarende Kindesmörderin benannt, 2 ist sie astrologisch engstens dem Monde verbunden, als Schwarzer Mond aber dessen Dark Side affin, doch nicht identisch mit dieser, und eines der dämonischen Tore des Zodiacs, in dezidierter Häufung innerhalb abgründig düsterer Szenarien sich nachhaltig subversiv beteiligend wie gleichsam sexuell verderbend. Lilith gibt nichts auf Moral und Ethik, leistet nicht Göttern und nicht Teufeln Gehorsam, zürnt aber haßverzehrt dem Heiligen und kann trotz Evas Sündenfall als deren Antagon wie auch antagon dem lichten Prinzipium des Mondes, im Christlichen die heilige Maria, bezeichnet werden.
Ein zur dunklen lilith’schen Thematik signifikantes Horoskop ist dasjenige des insbesondere in deutschem Heimatlande bereits zu Lebzeiten als Dichterfürst hochverehrten und in den Adelsstand erhobenen Johann Wolfgang von Goethe, dessen Werk zu den seltenen Sternstunden der Literatur gezählt wird und dessen astrologisches Grundgerüst sich durch einen Ascendenten im Skorpion, eine Sonne in der nota bene Jungfrau sowie eine Sonne/Lilith-Conjunction am Medium coeli charakterisiert. 3
Fulminante Fakten hierzu:
- […] „Auslöser für die Entwicklung des Urfaust war die Verurteilung und Hinrichtung der Kindesmörderin Susanna Margaretha Brandt. Vermutlich verfolgte Goethe den gesamten Prozess, da nach seinem Tod in seinem Haus Abschriften von Prozessakten gefunden wurden. Die Kindesmörderin diente Goethe als Ansatz für die Gretchenfigur.“ […] 4
- „Faust. Eine Tragödie. (auch Faust. Der Tragödie erster Teil oder Faust I), von Johann Wolfgang Goethe gilt als das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur. Die 1808 veröffentlichte Tragödie greift die Geschichte des historischen Doktor Faustus auf und wird im Faust II zu einer Menschheits-Parabel ausgeweitet.“ […] 5
- In eben jener Tragödie erster Teil (Faust I) widmet Goethe der Lilith, von Mephistopheles dem Fauste vorgestellt und vor ihr gewarnt, in der Walpurgisnacht einige Zeilen. Ein Tänzchen mit der „Schönen“ folgt, welches Richard Westall im Jahre 1831 ins Bild setzte (Faust and Lilith). Goethe wußte um die Dinge.
- […] „Während die Wertschätzung Goethes nach seinem Tode zunächst abnahm, wurde er im Deutschen Kaiserreich ab 1871 ‚zum Kronzeugen der nationalen Identität der Deutschen‘. Es setzte nun eine Verehrung nicht nur des Werks, sondern auch der Persönlichkeit des Dichters ein, dessen Lebensführung als vorbildlich empfunden wurde. Bis heute gilt Goethe als bedeutendster deutscher Dichter, sein Werk wird zu den Höhepunkten der Weltliteratur gezählt.“ […] 6
Gedanken zu Goethe
„Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland.“ (Markus 6,4)
Demzufolge kann Goethe kein Prophet gewesen sein. Was auch niemandem je in den Sinn kam, gewiß nicht ihm selbst. Der Vorgang Goethes exorbitanter Erhöhung in die „Hall of Fame“ irdischer Hochkultur bereits zu Lebzeiten war jedoch außergewöhnlicher Natur.
Es stellt sich die brisante Frage, wodurch sich eben jene Hochkultur im Herzen der Alten Welt definiert, welche einen Protagonisten des dämonischen Antagonismus sowie dessen folgerichtig das Dämonische rechtfertigend wie wohlwollend verständnisvoll behandelndes Hauptwerk „Faust“ zu omnipräsent-sakrosankten Galionsfiguren weiht und auf höchste Schilde erhebt – kontinuierlich-permanente „hochkulturell“-inhaltliche Reproduktion inclusive. 7
Im Nexus sei noch die wohlfeil gepflegte legendäre deutsche Kinderfeindlichkeit erwähnt. Über den Tellerrand hinausgedacht, sollte man beachten, welchen Stellenwert Goethe respektive das dahinter stehende Prinzip weltweit genießt (vgl. hierzu e. g. Madeleine Albright, die erste Frau im Amt eines Außenministers der Neuen Welt, welche eine Sonne/Lilith-Opposition aufwies und in einem Interview die Antwort erteilte, die Wirtschaftssanktionen der USA gegen den Irak seien den Tod einer halben Million Kinder wert gewesen. Im Irak starben mehr Kinder als in Hiroshima. Als politischen Fehler betrachtete sie nur die zu offene Aussage per se.
Kommentierung
Wichtig zu wissen ist, daß Lilith wie alle dämonischen oder dem verwandte Emanationen ihr eigenes Prinzip reproduziert, heiligt, hütet, hegt und pflegt, nicht aber aus hehrem Grunde. Lilith bekämpft in Gleichsetzung ihres Aufbegehrens gegen Gottvater das Männliche und vollzieht das, was sie unter berechtigter Rache versteht, über die Kinder, bevorzugt die Jungen, macht im Misopädischen aber keine Unterschiede. Wahrhafte weibliche Schönheit, Liebe, Güte und Redlichkeit schätzt und schützt sie nicht, verachtet diese und findet Wohlgefallen daran, sie zu beschmutzen, zu verderben, zu zerstören. Reflexhaft herablassende Entwürdigung und besudelnde Entweihung des Schönen und Sakralen sind Evidenzien dämonischer Mißgunst und Umtriebigkeit. Ihr amazonisches Movens wird überzogen konnotiert; sie kommt nicht mit Schwertern und Speeren daher. Mannweibisch ist sie nicht, ihre Eifersucht dagegen furchtbar, und sie tötet vieles auf wahlfreie Art. Wie das Satanische jedwede so empfundene Schwäche verabscheut, liegt ein charakteristisch lilith’scher Wesenszug darin, sich vom starken Manne zwar erotisch angezogen zu fühlen, doch ihn nun sirenisiert, ihn unbarmherzig zu dekonstruieren und zugrunde richten zu wollen. Die schon im alten Orient Mesopotamiens vermerkte succubische Komponente Liliths zählt zu ihrem Standardrepertoire, deren Klaviatur sie meisterlich beherrscht. Weil sie die Tiefen La Luna’schen Abysses kennt, um deren Macht weiß und im Dämonischen interagiert, zermürbt sie nicht rational, sondern emotional; um diese Dinge wissend, greift sie die Seele an, nicht den Verstand.
Dies ist ihr Wesen, ihre Konstituenzien. Missionierungsambitionen laufen ins Leere. Weil sie nicht unbesiegbar ist, bricht am Edlen und am Göttlichen dann doch ihr Blick und gleitet ins Diffuse, und sie erstarrt. Dem hat sie nichts entgegenzusetzen. Weil sie nicht unverwundbar ist, erstarrt sie auch dann, wenn sie im Herzen getroffen wurde.
Aus obig Angeführtem wird ersichtlich, daß ihr Zugriff auf das Sexuelle wohl ihre effizienteste Peitsche und auch Fessel sein mag. Allein sexistischem Agens’ ist sie nicht. Bei gewichtiger Ansammlung lilith’scher Disposition kippt die Dimensionalität vordergründig wahrgenommer Realität in die dem Menschen verzerrte Schräge anderer Ebenen, wie man das vom Ouija oder dem Aquarius kennt. Es sind dies die Momente, in denen Naturgesetze ins Gegenstandslose driften. Eine wissend authentische Wiedergabe dessen setzte David Lynch in Twin Peaks: Fire Walk with Me; das celluloid inszenierte, der Lilith adäquate „Labyrinth aus Sex, Gewalt und Drogen“ wurde seitens seiner Tochter Jennifer im Secret Diary of Laura Palmer literarisch thematisiert. Im hypokritisch-euphemistischen Micheltum löste besonders der Film große Empörung aus.
Zitationen einiger Damen astrologisch-lilith’scher Disposition
„Die Türken sagen zu mir, ich habe den bösen Blick.“ „Ach was. Und die Deutschen?“ „Die merken nichts.“
„Der hat keinen Zugang.“ (Äußerung nach dem Lauschen einiger Zeilen eines in Deutschland berühmten Astrologen)
„Jaa, spüren tun sie nichts, aber Bücher schreiben sie.“ (Äußerung eines jungen Mädchens, einem Diskurs um Mesmer und Spiesberger beiwohnend)
„Ich habe noch nie einen Mann geliebt.“ (Dieselbe, in ihren Endzwanzigern)
„Ich hasse meinen Vater.“ (Standardaussage bei Lilith)
„Das kannst du nicht machen, er ist der Vater eurer Kinder.“
„Das ist nicht ihr Vater, das ist nur ihr Erzeuger.“ (Standardaussage bei Lilith und in Deutschland)
„Du kannst doch deine Kinder nicht so behandeln.“
„Das sind meine Kinder.“ (Standardaussage bei Lilith und in Deutschland)
„Er hat dir dein ganzes Haus renoviert.“ „Das ist mir wurscht. Soll mich am […].“
„Also sowas. Gib ihm sein Geld, es war so ausgemacht.“ „Gar nichts kriegt der von mir.“
„Die Scheidung hat mich ruiniert.“ (Aussage bspw. eines ehemaligen Arztes)
„Ich muß immer lachen, wenn ich das mit der besseren Hälfte höre.“
„Ich hab’ ihn im Rückgrat getroffen. Jetzt sitzt er im Rollstuhl.“
„Ich habe ihn betrogen, als er im Krieg war.“
Und so weiter und so weiter in diesem Stile.
Von prädikateren Zitaten wurde aus ethischen und rechtlichen Gründen abgesehen.
Etymologie
• sumerisch | KI.SIKIL.LIL.LA / KI-SIKIL-LIL2.LA2.EN.NA / MUNUS LIL2.LA2 (evtl. Ort des Windes)
• akkadisch | lilītu cf. sumerisch LĺL (evtl. Windhauch)
→ hebräisch | לִילִית (lîlît) / aramäisch לִילִיתָא (lîlîtāʾ) / syrisch lilītā / mandäisch lilit[a]
→ volksetymologisch | hebr. לָיִל (lājil) i.e. Nacht / akkad. līliātum i.e. Abend, Nacht
• Im Arabischen ab dem 13. Jh. okkult-mythologische Schriften zu lilithadäquatem Dämon nachweisbar
• Im Islam weder mythologisch noch theologisch originäre Reflektionen zu Lilith aufzufinden
• Im Mesopotamischen ferner auch Aberselia, Lamia und Gyllou benannt
• Zuweisungen Liliths als Gottheit sind selten und Ausnahmefälle
Relevante Textquellen des Judentums
– Babylonischer Talmud תַּלְמוּד בַּבְלִי (Talmud Bavli) | Eruvin 100b, Niddah 24b, Shabbat 151b, Bava Batra 73a
– Das Alphabet des Ben Sira אלפא-ביתא דבן סירא (Alpā-Bethā də-Ben Sirā)
– Sohar זֹהַר | § Leviticus 19a
– Viele weitere die Existenz Liliths konstatierende rabbinische Abhandlungen
Wir enden an diesem von unserer Seite pointiert angedachten Punkt zu deren umfangreicher Etymologie
und empfehlen zu den weiteren Textquellen das Einlesen des hervorragend recherchierten en.wikipedia/Lilith.
Mythos und Moderne
Das Motiv der im Burney-Relief (auch Queen of the Night relief) wiedergegebenen Visualisierung möglicherweise Liliths fand in dem auf anthropomorph-chimairischer Ebene vergleichbar ikonographierten Dämonen Pazuzu cinematische Adaption besonders in jenem außerhalb originär Blatty’scher Literaturvorlage recht frei interpretiert verfilmten und interdisziplinär zumeist verworfenen Exorcist II, in dessen Hauptrolle des glaubenshadernden Father Philip Lamont sich der berüchtigt höllenhundige und wenig dem Heiligen verbundene Skorpion Richard Burton ein Stelldichein gibt, – und es sich freilich nicht nehmen läßt, den Dämon gleich zu reiten.
Die mythologischen Quellen sind verwoben und problematisch zu differenzieren. Während sowohl Lilith als auch Pazuzu dem Winde tradieren, findet sich in jenem auf etwa 1800 v. Chr. altersbestimmten Burney-Relief keine Schlange und auch kein Skorpionschwanz, in den Skulpturen Pazuzus sehr wohl und im lilith’schen Kontext in diversen späteren Darstellungen. Auch Widdergehörn wurde der Lilith schon aufgesetzt, der Korpus eines Skorpions zugewiesen, wie sich das bspw. im zeitgenössischen Spektakel «Le Gardien du Temple – La Porte des Ténèbres» widerspiegelt. Im zunehmend vom Lilith’schen faszinierten modernistischen Bildnis wird sie verklärend dargeboten als verführerisch schöne nackte Frau, von einer Schlange umwunden, desweiteren kaum verwunderlich zur Ikone des Feminismus ausgerufen, indes die im Internet publizierten teils pathologischen, teils belustigenden Photoshop-Fratzen der Lilith ins Inflationäre glitten.
Hinsichtlich der Wesenszüge, Neigungen, Verhaltensmuster, des präferierten Ambientes etc. kann die jeweils anteilhafte Species affinis der Lilith zur Schlange und dem Skorpion astrologisch-empirisch bestätigt werden, wenig überraschend nicht in deren selten anzutreffenden höheren Oktaven, und ihre Flügel sind gewiß nicht die eines Engels Gottes. In wenig seriösen aktuelleren Betrachtungen gesetzte Homousien und Homoiusien Liliths mit Arachne und damit der Spinne (wohl die Schwarze Witwe adaptieren wollend) sind historisch nicht und nirgends anders belegbar; aus dem Altgriechischen wäre eine ebenfalls nicht belegbare Approximation an die Sirenen ähnlich nahe, dennoch inkorrekt gewesen. 8
Subsumption
Ist Lilith nun ein Dämon, von Anbeginn, wurde zu einem solchen, oder haben die Juden recht? Eine wirklich gute Frage! Als erste Frau Adams (Alphabet des Ben Sira) kann sie nicht natus daemonium, nicht daemon generis sein, an späterer Stelle gilt sie als primordial she-demon (Talmud). Der mesopotamische Mythos scheint älter als die Kenntnis des Judentums, und sie weilt schon sehr viel länger, als ein Mensch je leben könnte. Sie vermag zu besetzen, im Manifesten zu wirken, gleichsam als zodiakal präsent neuralgischer Punkt des Lunaren und damit Sublunaren, dies mit erheblicher Gravis. 9
Wie haben sie gut kennengelernt, doch darauf verbindlich zu antworten …
Sie selbst erteilt keine Antwort. Unbewegt blickt sie dich spöttisch kalten Lächelns an. 10
– Wir bestätigen die Richtigkeit der jüdischen Schriften zur Lilith sehr nachdrücklich und konstatieren mit ihnen konform deren Existenz.
– Wir behaupten nicht, das Enigma um die Identizität der mythologischen und astrologischen Lilith geklärt zu haben.
– Wir verschwenden nicht unsere Zeit mit an uns herangetragenen Hinterfragungen zur Lilith an sich.
Complementum
Würde sie nicht im Rätselhaften verbleiben, wäre Lilith keine Frau. Gänzlich uneinschätzbar ist sie deswegen nicht, sofern man leidlich weiß, womit man zu tun hat. Ihr nachgesagtes stürmisches Naturell entspringt eher Projektionen, realiter ist sie’s kaum, womit die Windtradierung wohl das Unkontrollierbare aussagen soll. Stürmisch, wild und zügellos tritt sie nur im Zorn auf; signifikant ist das ihr anhaftende Morbide. Es gibt keine Lilith ohne diese ihr typische Morbidität, die sie gleichsam verleiht. Weiterhin signifikant legt sie höchste Priorität ins Partout-Beharren auf ihre Freiheit und Unabhängigkeit, 11 schlechthin Vampirisches liegt daher nicht allzu sehr vor, dafür Auflösendes und Zersetzendes, und so auch die von ihr übertragenen Krankheiten. Im Offenkundigen zeigt es sich oft an den Zähnen. Behandelt man sie fair, verliert sie viel an Kraft, andernfalls schnurrt ihr Getriebe umso besser. Hure kann sie auch sein und ist es nicht selten, würde aber niemals einen Luden akzeptieren. Ins Englische formuliert, ist sie more a slovenly bitch than a whore. Ihr sexuelles Repertoire reicht von berechnend kalt sich im Griff habend ins entfesselt Orgiastische, verdorben ist es allemal. Doch wie sie das bereits bei Adam hielt, ist Liliths erotisches Apassionato nicht zügellos und kann es ganz unmöglich sein, weil ihr aufbäumend unüberbrückbare Differenzen setzendes Urarchaisches sich in existentieller Misandrie dagegen sperrt, sich hinzugeben und ihre Riemen zugunsten eines Mannes gleiten zu lassen.
In der Liga des Hasses spielt sie ein weitaus besseres Spiel als in der Liebe. Lauern muß sie nicht, da ihr ein Schlaraffenland promenierendem Freiwildes zur Verfügung steht. Auch neigt sie nicht zur Metamorphe oder Camouflage, sich selbst bleibt sie am Treuesten. Neid, Mißgunst und Gehässigkeit sind ihr nicht fremd, Großmütigkeit schon eher. Milchbubis, Heulsusen, Weichlinge und Mimosen widern Lilith an. Pathologische Optimisten, Melioristen, Traumtänzer, Naivlinge usw. belächelt sie verächtlich und instrumentalisiert sie in Raffinesse und triefend sarkastischer Geringschätzung. Mit Abstand sympathischer ist ihr die Palette der Psychopathen, die sie viel lieber mag; doch schlägt es rasch um bei ihr, denn Liliths Zuneigung hält nicht lange vor, und wie im Libidinösen spektralisiert sie vom eisigen Kalkül ins grenzüberschreitend (hier) Streitbare, selten selbstvergessen und niemals selbstverleugnend. Nahe liegt die Allegorie eines giftige Emissionen spuckenden Vulkans; in aufreizend provokanter Coolness und verstörendem Selbstverständnis stärksten Tobak dahinrauchend, erhebt sich in ihren Ausbrüchen unverhohlen ihr radikales, kompromißlos destruktives Zentrum. Nihilo setius kann sie zurückstecken und warten; suizidal ist Lilith auch in Zornes Kleide nicht; scheineinsichtig, so es ihr nützt. Wer sich anschickt, den ihr eigenen Habitus ins Profilneurotische zu psychologisieren, verkennt vollends ihre Mentalität. Im Übrigen nächtens wohl einflußreicher, ist sie nicht nur nocturnal agierend und schießt am Tage keine anderen Tauben.
Ob sie auch etwas Gutes an sich hat? Einen gewissen, wenn auch markant monolatrischen und ergo deutlich mit zweierlei Maß messenden Sinn für Gerechtigkeit, welche nicht der göttlichen gleichzusetzen ist und sie mit ä zu schreiben pflegt. Träfe das Postulat zu, alle Männer seien Schweine, wäre Lilith eine vollumfänglich nötige Instanz. Hätte sie nur letztere im Fadenkreuz. Ist aber nicht so. In jungen Jahren ist sie niedlich, ja liebenswert. Später nicht mehr.
Unabhängig ihrer Grundqualitäten kann sich im Astrologischen die prinzipiell einer jeden Konstellation zum Mindesten latent inhärente Auswirkungsambivalenz nicht allein für oder gegen das Umfeld zeitigen, sondern auch für oder gegen den Nativen selbst oder beides. Im speziell subversiven Falle transmittiert der oder die jene Konstellationen tragende Native nicht nur Leid und Trauma, sondern erleidet es auch an sich selbst. Bei Lilith zeigt sich dieser Vorgang sehr dramatisch; beispielsweise sind Fälle von Kindesmißbrauch dem lilith’schen Prinzipe adäquat, folglich in dessen Radien nicht unüblich. In der gewohnten Infamie der Umkehrung der Dinge wirkt es längst hyänenkomödiantisch, in den Sog des lilith’schen Macabros die (sexuelle) Befreiung der Frau hineinzudichten.
Nun ist nicht gleich ein jeder sich am Sinnlichen Erfreuende ein Satansbraten. Das Sexualistisch-Triebhafte oder auch Sensualistisch-Hedonistische betreffend ist das Lilith’sche ohne Weiteres nachvollziehbar nicht das einzige astrologisch-metaphysische Potential, welches sich in gerüttelt Maß innerhalb solcher Expression bewegt, die hyperonym mit dem Begriff der Leidenschaft korreliert, daher nicht in historisch christlicher Leibfeindlichkeit rigoristisch samt und sonders in das Prinzip des Diaboli virtus in lumbis est degradiert werden darf. In diesem aber bewegt sich zweifellos die Lilith.
In kulturellen Phasen dekadenten Niedergangs, wenn das Böse triumphiert und Gesetze schreibt, die dazu dienen, sich selbst zu schützen, erhält sie hohen Stellenwert. Der in Deutschland verpönte Literaturnobelpreisträger Peter Handke gab in einem Interview des Jahres 2007 zum Besten, „das Schreckliche tritt heute anders auf, säuselnd und süßlich und humanitär und dauernd das Wort ‚Demokratie‘ oder auch das schöne Wort ‚grün‘ benutzend“. Eine zutreffende Umschreibung, doch gilt dies nicht für Lilith. Sie kann taktieren, doch hat und mag nichts Süßliches, macht keinen Hehl und tritt nicht heute anders auf. In ihrer Rede fällt sie oft ins außerordentlich Obszöne, und so auch im Handeln und Tun, im Gestus und im Sexuellen. Im Akt kann sie mit Zärtlichkeit nichts anfangen, und dessen Gesamtablauf repräsentiert eine Pervertierung und Entsakralisierung des heiligen Schöpfungsaktes. Stellt man sie an den Pranger, zündet sie ein Feuerwerk an wütender Empörung und Renitenz.
Enfant terrible, Femme fatale, Femme infernale, flaniert sie gern im Underground, wird im Gothic, Death und Black Metal, wo Dissolution und Putreszenz ungehindert ihre Feste feiern, als schwarze Diva, ja Göttin verehrt und begehrt; la Comtesse des Ténèbres. Bezeichnend, daß dies Klientel sehr genau, zumindest sehr viel besser darüber Bescheid weiß, was die unsägliche Riege der Neoastrologen, Philosophen, Theologen, Psychologen, Wissenschaftler usw. unter keinen Umständen bereit ist, einzuräumen. Sie reüssiert aber nicht nur dieserorts oder analogen ihr ergebenen Szenarien, auch im Glauben und der Politik, und in den Horoskopen der Männer natürlich nicht minder. Im kontemporären Verfall der Sitten werden lilith’sche Konstellationen in Kulmination in den Charts des Showbiz, der Models und Schauspielerinnen etc. evident. Im Desolation Boulevard globalen Hollywoods strahlen die Scheinwerfer das Licht der Verblendung.
Ausklang
Liebt euch euer Meister? … Nein.
Liebt euch Jesus Christus? … Ja.
Würdet ihr, wenn ihr könntet, eure Entscheidung rückgängig machen? … Nein. 12
CR { di meliora dent }
Erstverfasst als Fußnote in 12/2010
Redigierung & Überarbeitung I 130208 15:49h GMT+01:00
Redigierung, Überarbeitung II & Ergänzung 260120-260209
The words written here are dedicated to all the good forces of heaven and earth,
and to those who live in piety and understanding and strive on the path to salvation.
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Post scriptum
Fluch der Lilith
In Tausenden von Jahren wurde in unterschiedlichen Kulturen wieder und immer wieder das Daemonium der Lilith identifiziert. Lilith ist nicht Popanz und nicht Superstition. Schenken Sie den sorgfältig errichteten Lügengebäuden (ver)fälschender Reformismen, verschleiernder Verharmlosungen und verklausulierender Versachlichungen pseudoaufgeklärter, sich weiterentwickelt wähnender dekadenter Zivilisationsmoderne ebenso wenig Glauben wie schon lange nicht mehr um die Metaphysis wissenden, anthropozentrische Allesvergebung süßholzraspelnden Brainwash-Priestern. Mißtrauen Sie den Kantianern der Astrologie, diesen entmythologisierend weltentzaubernden Alleszermalmern, und mißtrauen Sie dem erbämlichen Lull verklärter Euphemystiker, beide nicht selten in Personalunion auftretend. Sehen Sie in der Psychologie das, was sie ist, nämlich systemdienliche Executivinstanz jeweils vorherrschender ideologischer Weltanschauungsdoktrin.
Wie nicht anders zu erwarten, finden sich im derlei Dinge perhorreszierend ausschließenden deutschen Sprachraum keine dämonialen Konstellationen deutlich deklarierenden und detaillierter deskribierenden Seiten: Hochmajorativ mit doppelt gespaltener Zunge sprechende astrologische Bleichgesichter, (be)trügerischen Narrativen des Genius saeculi sich opportunistisch beugende, verwissenschaftlichende, psychologisierende, entmythologisierende, pathologisch optimismierende und idealisierende, das anthropozentrische Pferd zu Tode reitende, weltfremd aus dem Elfenbeintürmchen schwurbelnde und Fluten von Beschönigungsweichspüler gurgelnde Neo- und Aggiornamento-Astrologen. Mögen diese Zeilen der Offenlegung, der Rückbesinnung, der Warnung und der Mahnung dienen.
Die westhemisphärische Astrologia betreffend, ist die angewachsene Macht Liliths metaphysisch unabdingbares Resultat eigenen Tuns sondersgleichen. Historisch mehrfach aufleuchtend, hob an jene Lichtmetaphysik der Antike mit Platons Sonnengleichnis, in welchem er das Gute dem Lichte, beides der Bewußtheit des Sehens und Erkennens und damit der Sonne gleichsetzte, ein Vorgang, der sich im weiteren Verlaufe als kulturprägend erwies. Systematisch wurde dann der im Altägyptischen neben der Sonne als linkes Auge des Osiris verehrte, metaphysisch-astrologisch hochrangige Mond herabdegradiert, die Mondknoten rosa getüncht, die Mondhäuser ausgeklammert, das Sublunare zum Obsoletikum definiert, die Formula der Lichter begraben und in akzelerierender Intellektualisierung eine Sonnen-, Sonnen- und nochmals Sonnen-Astrologie aufgeblasen. Lauscht man nun dem neoastrologisch optimismierenden Singsang immer schön ums Eigentliche herummanövrierenden Jung-Ring’schen Chorknabenensembles, kommt man sich vor wie in der Praxis eines dampfplaudernden Psychologen. In ihrer beider Fußstapfen parken diejenigen, die eben keinen Zugang haben, eben nichts spüren, und rumoren diejenigen, die Lilith am meisten bezweifeln, hier geben sich theoretisierende Karriere-Astrologen, die sie nie erlebten, die Klinke in die Hand, in tiefverwurzelter Antipathie jedwede intuitive Divination mißachtend. Eine entsetzliche Verfälschung des Holistischen: Die Kreuzzügler der Bewußtheit und das von ihnen so gefürchtete Unbewußte. Schon im Philosophischen brachte das Feuer nur Belangloses, nur strahlend selbstgefällige Oberfläche hervor; uninspiriert weltverfälschendes Blendwerk des Feuers. Sie zerreden und entwürdigen die heilige Astrologia ins neuzeitliche Profanieren, Dilettieren. Doch sinkt die Schale hier, hebt sie sich dort, und alle weiteren mit dazu. Lilith bringt Daemonium, kommt aber vom Monde, als dessen Corrigendum hybride Theoreme sonnenanbetender Veitstänzer konterkarierend, was diese in die beängstigte Unruhe derer versetzt, die plötzlich mit der Quittung ihrer eigenen Verdrängung konfrontiert werden, während die astrologischen Dosenöffner pandora’scher Büchsen die Lilith nicht vernebeln, sondern genauso schön rosa tünchen, wie sie das mit Rahu und Ketu schon fortlaufend zu tun pflegen.
An dieser Stelle sei entschieden entgegengetreten der Behauptung, ein Dämon sei allein Produkt aus Verdrängung. Zum einen sprechen die Texte der Hochreligionen gänzlich andere Worte, zum anderen sind ob willentlich oder unwillentlich erzeugte Geistwesen als Tulpa oder Egregor bekannt, was nicht dasselbe wie ein Dämon ist, obschon im Zweifelsfalle es sich kurios entwickeln kann, herauszufinden, womit man denn nun zu tun hat und nicht bezweifelt werden kann oder sollte, daß aus einer Negation eines via astrologischer Konstellation ins Phänomen drängenden Seinszustandes sehr wohl eine de facto dämonische Besetzung erfolgen kann, dies im individuellen wie auch kollektiven Sinne. Vice versa verbleibt in solchem Falle oftmals vieles im Nebulösen, denn ein Horoskop ist wie alle weiteren Herangehensweisen kein Garant für vollumfassende Erhellung gleich welcher dämonialer Artikulation. Es sei dazu an das Lumen naturale, das endliche Erkenntnisvermögen des Menschen erinnert. Der einzige in der Tat nennenswerte Funktionsträger westlicher Obrigkeit, welcher jüngst einräumte, daß Dämonen auch auf moderne Technologien zugreifen, war Monsignore Stephen Rossetti, ein amerikanischer Katholik und freilich kein dauerintellektualisierender Protestant, kein enlightenment-schablonisierter Europäer und erst recht kein Vertreter dumpftechnokratisch deutschprovinziellen Gestüts. Mit dieser Feststellung, die dem Empirischen entspringt, hat ein in Psychologie promovierter römisch-katholisch geweihter Priester nicht allein den Schnöseln modernistischen Astrologiegespinstes ein überwältigendes Armutszeugnis ausgestellt.
Auf der soziologischen und mithin politischen Ebene ist zwischenbilanzierend zu vermerken, daß es den Flowers of Evil gelang, ganz vorne dran im initiierten Marsch sinnverkehrten Seins in die Umkehrung in lauthalsem Kreischen die Rechte der Frau in abergroteske Dimensionen zu treiben und den Mann zu kriminalisieren, hierbei nach Bedarf problemlos zwischen Puritanismus und Perversion, Larmoyanz und Leviatha die Bälle jonglierend, dieweil auf dem stattgebende Verweichlichte höhnisch herabblickend, diese sie benützend und verachtend. So vermochten sie, in dämonischer Verschlagenheit ganze Gesellschaften ins entartet Verweibischte zu treiben und mit ihrem Gifte tränkend ins Chaos zu stürzen. Als abscheulichster Auswuchs des Lilith’schen sei die blasphemische Umkehrung des im Altägyptischen gründenden und über das koptische Christentum ins Katholische adaptierten Motivs der Maria lactans genannt, der liebenden, sorgenden und schützenden, das Kind mit göttlicher Milch säugenden Mutter, das in eine Todeskultur im Namen der Emanzipation, der Befreiung der Frau, besser der Furia überführt wurde, in welcher deren kindermordend freie Willensentscheidung über dem nun nachrangigen Leben eines Kindes angeordnet wird. Die als längst überfällig verbrämten, hartnäckig insistierend vorangetriebenen und peu à peu erfolgenden Ratifizierungen hierzu wurden in bestialisch beglückten Totentänzen gefeiert.
„Es kommt der Moment, in dem die Strukturen versagen, in dem die Gesetze keine Waffen mehr sind, sondern Fesseln, durch die die Bösen immer einen Schritt voraus sind.“ Sehr richtig erkannt kam dieser Moment schon immer; nihil sub sole novum. Im Aktuellen werden humanitäre Menschenrechte schamlos und perfide von ihnen ausgenützt, und, wieder einmal in Macht, Gesetze von ihnen selbst zu ihrem eigenen Schutze und zur Zerstörung des Heiligen geschaffen. Bisher verschlossen bleibt dem Lumen naturale die verbindliche Antwort darauf, ob und inwieweit zu alldem die beiderseits sehr mächtigen und gefährlichen Pandämonien der Sonne und des Mondes in ihren Tänzen korrelieren, und welche nicht noch.
Die lebensfeindlich trotzige Verweigerung der Schwangerschaft, der Mutterschaft, die volitiv das Töten des Kindes nicht nur billigt, sondern per strictum einfordert und vollzieht, repräsentiert ein Kernanliegen teuflischer Gesinnung im Hadern nicht allein des Weibes wider die Natur, eine aus niedersten Beweggründen flammende antagonistische Bewegung, das Morden am wehrlosen Kinde, am Urbilde des Lebens an sich, der Willkür der Negierung preisgegeben, das Kreationistische finalen Urgrundes dem Kehrwert der Materia, und deren janusische Pervertiertheit zutage tritt im anthropozentrisch wissenschaftlichen Streben nach Erfüllung dessen, dem Deklarieren als Fortschritt und dem zeitgleich nicht weniger obsessionsvehement vorgetragenen doppelzüngigen Einfordern hypermoralischer Menschen-, und nun besonders vorgeblicher Frauenrechte. Fluch sei der Lilith!
Der Limes wurde nicht nur überschritten, er wurde niedergerissen, und vom Westhemisphärischen ist die Entschlossenheit, dem Vorgang Einhalt zu gebieten, am wenigsten zu erwarten. Die Grenzen werden fallen, nicht aber um der Freiheit willen, sondern um die Tore zu öffnen für die Heere der Dämonen. Schwingt einst das Pendel um, wird das Geheul ein großes sein; steht Yin in seiner höchsten Macht, so wandelt es in Yang. Das ewige Gesetz.
Zum obig Eruierten sei auch auf die Explikationen des Exkurses zum Matriarchat in unseren Lucubrationes des Jahres 2020 hingewiesen.
Analysis und Divination
• (Soweit bekannt) erstmalige Benennung der astrologischen Lilith (noch als zweiter Erdmond) seitens des Mystikers und Astrologen Sepharial in 1918
cf. The Science of Foreknowledge 1918, chaps. The New Satellite of Lilith, A Third Earth Moon, The Astrology of Lilith
• (Soweit bekannt) erste astrologische Deutung der Lilith seitens des Astrologen Dom Néroman im Jahre 1937
cf. Les présages à la lumière des lois de l'évolution 1937
Weil Astrologen nicht Gottvater sind, vermögen auch sie nicht in allen nur erdenklichen Fällen und am besten noch sofort zu sagen, ob das jeweilige Problem im Sinne des „Ohne Schmerzen wird das Gute nicht geboren“ liegt oder eben nicht. Bezüglich der Ergründung dessen ist die Astrologie natürlich sehr hilfreich. Weil die Gesamtthematik der Deutung eines Horoskops nun aber eine sehr vielschichtige ist, sind voreilige Gesamtaussagen, vorschnelle Verallgemeinerungen, Ferndiagnosen und dergleichen insbesondere im Falle problematischer Konstellationen zu unterlassen und erst nach eingehender Betrachtung und Abwägung eines oder mehrerer Horoskope Aussagen zu formulieren, sofern nicht Aussagegrenzen erreicht werden. Im Falle lilith’scher Konstellationen wäre eine Aussage wie etwa „Lilith im 12. Hause zertrümmert immer das Horoskop“ eine höchst unzutreffende, zumal im Falle Liliths der nicht unwesentliche Umstand dreier Bezugnahmen zu beachten ist (mittlere, wahre und interpolierte Lilith).
Ein mehr oder minder ausgewogenes Horoskop ist in der Lage, Extremwertpositionen zu puffern, zu dämpfen, im Erträglichen einzuhegen. Bei gewichtig lilith’scher Disposition spricht das in die Landschaft der Zeit Gebrachte für sich selbst. Man muß als Astrologe schon blind und taub und hirnlos sein, um das nicht zu bemerken, eine sich windende Schlange, ein unintegrer Gaukler oder Liliths finsterem Faszinosum erlegen, um so zu tun als ob. Auch tummeln sich da noch die Gottvater und den Satan paritätisch Auspendelnden, die nur solches als wahrhafte Spiritualität und Erleuchtung gelten lassen; indes Ikone kollektiv-antagoner Ströme sie ohnehin ist. Aus Geschildertem heraus leicht begreifbar, entfaltet sich der Schicksalsverlauf eines durch Lilith nachhaltig korrumpierten Horoskops sehr unschön, ihrem oben beschriebenen Wesen gemäß sehr charakteristisch und nicht anders, ggf. vom ersten Tage an zeitlebens von fürwahr häßlichen Auseinandersetzungen durchwoben im Alter dann in Armut, Einsamkeit und siechend schwere Krankheit mündend. Wie ein fauler Apfel gesundes Obst verdirbt, bleibt in ihrer Nähe Befindliches niemals ungeschoren.
Innerhalb des grundsätzlichen Negierungsprinzips des Dämonischen tut sich das Lilith’sche nicht durch antagonistische Bewegung der sekundären Varietät, sondern hochgradig misandrisches Wesen hervor, ergo dem dämonialen Kernanliegen versus dem Zeugenden des Himmels. Es ist in seiner Vehemenz den höheren und nicht niederen pandämonialen Hierarchien verbunden oder zugehörig. Aus gutem Grunde wurden in der gesamten Behandlung Liliths und so auch nicht an dieser Stelle die soteriologischen Dimensionen thematisiert. Diese Ebenen liegen nicht in Händen des Menschen. Weil nun aber, worin es auch immer seinen Ursprung haben mag, das Dämonische zu jenem Sein oder Nichtsein, daher metaphysischen Reigen des Zodiacs zählt und somit nicht eliminiert oder verboten werden kann, liegt es sehr wohl in Händen des Menschen, sich diesem nicht hinzugeben und im irdischen Falle des Ausuferns Wege zu finden, ihm die Grenzen zu weisen.
Einige Horoskope
Magda Goebbels, * 11. November 1901, 01:00h in Berlin DE, Sonne und Mond in skorpionischer Lilith-Conjunction befindlich: Herz und Seele schwimmen im Gift der Lilith. Ehefrau des Joseph Goebbels, deren Eiseskälte selbst dies janusköpfige Nazi-Ungeheuer nicht gewachsen war, wie es in seinem Tagebuch vermerkte. Eine „Mutter“, die den Mord an ihren sechs Kindern goutierend diesen unterzeichnete; eine Avantgardistin des im weiteren Verlaufe via Legitimierung der Abtreibung realisierten gesamtgesellschaftlichen Kindermordes.
Madeleine Albright, * 15. Mai 1937 in Prag CZ, Sonne-Lilith-Opposition aufweisend. Von 1997 bis 2001 unter Präsident Bill Clinton erste Frau im irdisch machtvollen Amt eines Außenministers der Vereinigten Staaten von Amerika und Mutter dreier Kinder. Auf die Frage, was sie zu den Folgen amerikanischer Wirtschaftssanktionen gegen den Irak sage, welche einer halben Million Kindern das Leben kostete, mehr noch als in Hiroshima, entgegnete sie: „Wir denken, der Preis ist es wert.“ Kritik hieran focht sie nicht an. Als politischen Fehler betrachtete sie nur die zu offene Aussage an sich.
Louise Fletcher, * 22. Juli 1934 in Birmingham USAL, Sonne-Lilith-Conjunction in den letzten Graden des Cancer. Wie überaus authentisch in der Rolle der Mildred Ratched! One Flew Over the Cuckoo’s Nest, nach Ken Kesey’s im Jahre 1962 verfasster Novelle in 1975 in Regie Miloš Forman’s gleichnamig verfilmt. Schon 50 Jahre her. Kein Aggiornamento-Astrologe ist willens oder in der Lage, solch ungeschminkte, im Grunde sachliche Dokumentation lilith’schen Spektrums zu konzedieren. Im Lande der *innen und *innen würde dies als misogynische Diskriminierung der Frau verunglimpft und erst gar nicht in Szene gesetzt werden.
David Lynch, * 20. Januar 1946 in Missoula USMT, Lilith am Skorpion-Ascendenten. Ikone surrealistischen Films, der Thriller, Horrormovies und des Film noir. Eine wissend authentische, weitere Aspekte lilith’schen Spektrums dokumentierende Verfilmung setzte er in Twin Peaks: Fire Walk with Me. Das celluloid inszenierte, der Lilith adäquate „Labyrinth aus Sex, Gewalt und Drogen“ wurde seitens seiner Tochter Jennifer im Secret Diary of Laura Palmer literarisch thematisiert. Die acht Zeichen seiner Tochter gleichen frappierend denen der Hauptdarstellerin Sheryl Lee. Im hypokritisch-euphemistischen Micheltum löste der Film große Empörung aus.
Alice Schwarzer, * 3. Dezember 1942, 08:00h in Elberfeld DE, abendländisch bereits mit lilithquadratischem Monde am MC ausgestattet, sei angeführt, daß wo Lilith schreitet, ihre Freundinnen nicht weit sind, die weißen Tigerinnen. Eine solche als Signifikator der Ich-Persönlichkeit firmierende Tagessäule weist Alice Schwarzer auf. Die weiße Tigerin, wissen die Chinesen, tötet ihren Mann. Als Radikalfeministin demontierte sie im Nachhall der 68er das Männliche noch restlich und wurde hierfür auf hohen Schild gehoben. Kinder hat sie nicht, abgetrieben schon, beides keine Sekunde bereut, wie sie meinte. Heute trifft man Schwarzer dauergrinsend an.
Sancta Maria, Mater Dei,
ora pro nobis peccatoribus,
nunc et in hora mortis nostrae.
CR 260211-260220
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Fußnoten
- ↑ „[8] Denn einen Tag der Rache hat der Herr, ein Jahr der Vergeltungen für die Rechtssache Zions. [9] Und Edoms Bäche verwandeln sich in Pech und sein Boden in Schwefel; und sein Land wird zu brennendem Pech. [10] Tag und Nacht erlischt es nicht, ewig steigt sein Rauch empor. Von Generation zu Generation liegt es in Trümmern, für immer und ewig zieht niemand hindurch. [11] Wüstenkauz und Igel nehmen es in Besitz, Eule und Rabe wohnen darin. Und er spannt darüber die Messschnur der Öde und das Senkblei der Leere. [12] Seine Edlen – keine sind da, die das Königtum ausrufen; und alle seine Obersten nehmen ein Ende. [13] Und in seinen Palästen gehen Dornen auf, Nesseln und Disteln in seinen befestigten Städten. Und es wird zur Wohnstätte der Schakale, zur Siedlung für Strauße. [14] Da treffen Wüstentiere mit wilden Hunden zusammen, und Bocksdämonen begegnen einander. Ja, dort rastet die Lilith לִילִית und findet einen Ruheplatz für sich.“ (Jesaja 34, 8-14)
- ↑ In den autoritativen Texten des Judentums wird Lilith weiterhin im Babylonischen Talmud תַּלְמוּד בַּבְלִי (Talmud Bavli) erwähnt. Im Alphabet des Ben Sira אלפא-ביתא דבן סירא (Alpā-Bethā də-Ben Sirā), unbekannter Feder wohl etwa zwischen 700–1000 n. Chr. erfolgt erstmals eine umfassendere mythologische Abhandlung zu ihr. Die Erstübersetzung dieses Textes ins Deutsche wurde bemerkenswert spät im Jahre 2006 seitens der Professorin für Jüdische Studien Dagmar Börner-Klein vollzogen. Sehr typisch existiert wie auch zu komparablen Themata ein weiteres Mal kein deutsches Wiki hierzu. Im wohl 13. Jh. verfassten maßgeblichen Schriftwerk zur Kabbala, dem Sohar זֹהַר, findet Lilith weitere Reflektion. Über diese Hauptwerke hinaus liegen zahllose die Existenz Liliths konstatierende rabbinische Schriften vor. Bei gleichbleibend dämonischer Rubrizierung divergieren die Deskriptionen, da sie bei konsistenter i. e. beständiger Identität nicht stoisch entitiert, sondern wie der Mond, der stets derselbe ist, doch unterschiedlichen Gesichtes wahrgenommen seine Spielarten birgt.
- ↑ a) Das astrologische Grundgerüst rekrutiert sich aus dem Ascendenten, dem Stande der Sonne und dem Medium coeli. b) Johann Wolfgang von Goethe, Geburtszeit lt. Autobiographie „Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit.“, Erster Teil, Erstes Buch: „Am 28. August 1749, mittags mit dem Glockenschlage zwölf, kam ich in Frankfurt am Main auf die Welt. Die Konstellation war glücklich; die Sonne stand im Zeichen der Jungfrau, und kulminierte für den Tag; Jupiter und Venus blickten sie freundlich an, Merkur nicht widerwärtig; Saturn und Mars verhielten sich gleichgültig: nur der Mond, der soeben voll ward, übte die Kraft seines Gegenscheins um so mehr, als zugleich seine Planetenstunde eingetreten war. Er widersetzte sich daher meiner Geburt, die nicht eher erfolgen konnte, als bis diese Stunde vorübergegangen. Diese guten Aspekten, welche mir die Astrologen in der Folgezeit sehr hoch anzurechnen wußten, mögen wohl Ursache an meiner Erhaltung gewesen sein: denn durch Ungeschicklichkeit der Hebamme kam ich für tot auf die Welt, und nur durch vielfache Bemühungen brachte man es dahin, daß ich das Licht erblickte.“ […]
- ↑ URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Urfaust
- ↑ URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Faust._Eine_Tragödie.
- ↑ URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Wolfgang_von_Goethe
- ↑ „Ihr könnt nicht des Herrn Kelch trinken und der Dämonen Kelch; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilnehmen und am Tisch der Dämonen.“ (1. Brief des Paulus an die Korinther, 10,21) In Deutschland, dem seit einiger Zeit nicht allein geographischen Zentrum Europas, mithin der Alten Welt (Heart of Old Europe), manifestiert(e) sich eine kollektive antagonistische Bastion und Phalanx auf allen Ebenen, eine der ideologisch weltweit schärfsten, ausgeprägtesten, sprungbereit feindseligsten Hochburgen wider der freien Enfaltung des Heiligen Geistes. Sehr nachdrücklich dies sich zeigend in der Nürnberger Schwanensee-Aufführung des Jahres xxx, in welcher seitens distinguiert-soignierten Publikums reaktionsloses Verharren, vereinzelt müdes Klatschen zum Tanze des Protagonisten und leuchtenden Auges nebst verzückter Zurufe aufbrandender Applaus zum Auftritt des Antagonisten vernommen werden konnte. Ein Einzelfall.
- ↑ Analog hierzu ist eine naheliegende Gleichsetzung Liliths mit der indischen Kali काली (wörtlich: die Schwarze) oder fernöstlichen Todesdämoninnen kommensurabler Tradierung zweifelhaft, da nirgends Motive der Lilith als strafend-rächende Emanation/Manifestation ambivalenter bzw. in sich komplementär gedachter Urgöttinen oder des lichten Mondes überliefert sind. Wie nicht alles Gold ist, was glänzt, ist auch nicht alles Lilith, was schwarz ist; wesensähnlich bedeutet nicht wesensgleich, verwandt nicht identisch, und monotheletische Anleihen zeichnen allzu spekulativ. Wie oben schon erwähnt, hüllt sich Lilith selbst in rätselhaftes Schweigen. Um den Kreis zu schließen, sind zeitgenössischer Comic-Kultur geschuldete Gleichsetzungen mit bspw. Talia al Ghul nun wirklich restlos an den Haaren herbeigezogen, abgesehen von dem Umstand, daß Comic-Zeichner gerne aus mythologischem Fundus schöpfen und in solchem Modus meist aus diversen Motiven adaptierte neue (hier) amerikanisierte Figuren kreiieren, wie das besonders beim Batman und dem späteren Doctor Strange zum Ausdruck kommt.
- ↑ Selbsterklärend sind Kirchen dem Lilith’schen diametral, doch weicht sie ihnen nicht und unterminiert sie gerne, wie sie das mit jedem anderen Glauben tut. Den divergierend colorierten Apotropäismen und Exorzismen gegenüber zeigt sie sich unbeeindruckt, mit hoher Wahrscheinlichkeit resistent, was die in Ben Sira’s Alphabet formulierte humanoide Genese zu bestätigen scheint. Die Sakramentalien des Katholischen sowie anderweitige bannende Ritualistik verbleiben wirkungslos, schulmedizinisch-psychologische Methodik mündet in kontraindikative Zeitverschwendung, der Offenbarungseid der Verabreichung von Psychopharmaka ist als medizinische Barbarei und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu brandmarken. Im zodiakalen Falle ist die Resistenz versus Exorzismen das Gegenteil von erstaunlich, da astrologische Konstellationen nicht ausgetrieben werden können. En passant sei gesagt, daß der Exorzismus der römisch-katholischen Kirche nicht der diesbezüglich einzig und alleinige Exclusivritus dieses Universums ist und alle anderen Vorgehensweisen den Satan evozieren würden.
- ↑ „Die schreiben immer, ich sei emotional, aber ich bin kalt.“ Generell kann Lilith eine vielmehr kalte bzw. kaltherzige Attitüde zugesprochen werden als das im Sohar benannte heißfeurige Naturell, was dem kalten Monde in seinem erdfernsten Punkt, dem Apogäum entspräche. Eine dies nicht vollständig verändernde astrologische Modifikation ist bei lilith’scher Positionierung oder Aspektierung im/aus dem Element Feuer beobachtbar. Weil gemäß präaristotelischer Elementelehre das Feuer warm, die Luft feucht und das Wasser kalt, nach Aristoteles das Feuer warmtrocken und die Luft (der Wind) warmfeucht ist, sei zu den mythologischen Wind- und Feuerüberlieferungen im Kontext zur astronomisch-astrologisch dem Wasser entsprechenden kaltfeuchten Erdferne Liliths, der erkennbaren Warm-Kalt-Kontroverse in toto und der Annahme, sie dürste daher im transformierend-expandierenden Sinne nach Wärme, an Michelangelos Wort erinnert: „Die Flamme, wenn sie mit dem Winde stritt, steigt höher auf.“ In Erweiterung dieses bis dahin rein astrologisch abgeleiteten Theoretikums ist nicht von der Hand zu weisen Liliths Präsenz innerhalb dreier Elemente hinsichtlich ihres (mesopotamisch wie jüdisch sicher nicht grundlos zugewiesenen) Feuer-Luft-Mythos zum einen und jener im Wasser zum anderen, welche resultiert aus ihrer engen Verbundenheit mit dem Monde (mit der Sonne eines der beiden archaischen Lichter), dem erhebliche metaphysische Gravis innewohnt, ferner der trotz Feuer-Luft-Zuschreibung attestierten skorpionischen Anteilhabe; gleichwohl im Klassischen der Skorpion dem Marse synonym, ist er ein Wasserzeichen. So man nun nicht das Wissen der Alten in modernistischer Hybris als von vornherein obsolet abtut, ist zu konstatieren, daß seither von keiner Seite wirklich bahnbrechende neue Erkenntnisse weder zur Daemonologia noch zur Metaphysis per se hervorgebracht wurden. Da ja aus skeptizierender Perspektive einige (bereits im Mythos inkohärente) Faktoren in der mythologisch-astrologischen Zusammenführung Liliths nicht so recht zusammenpassen mögen, wäre eine ziemlich ernüchternde Vision, daß diese, obschon beide treulich düst’ren Geistes und Gemüts, nicht in irriger Obsession gleichgesetzt werden dürfen. Des Denkers und des Schauenden Leid sei hingenommen, solange er nicht die Dinge beugt.
- ↑ Liliths in der Tat bemerkenswertes Beharrungsvermögen bekräftigt ihre astrologische Qualität eines Achsenpunktes. Wie auch die Mondknoten Rahu und Ketu gewinnt Lilith bei bestimmten Konstellationen des Sonne-Erde-Mond-Systems prononcierte Aktivität. Die Problematik der astronomisch schwierigen Bestimmbarkeit tut dem keinen Abbruch. In mechanistischen Argumentationen wird die Uneindeutigkeit der Radixposition als Grund dafür herangezogen, warum Lilith, nicht präzise genug erfassbar, in einer astrologischen Grundbetrachtung keinen Platz finden könne. Möge die nicht dauerhaft eindeutige Position eines Wolfsrudels den Widersinn veranschaulichen, es deswegen zu igorieren. In der Divination ist von einem Einflußbereich Liliths zu sprechen, welcher sich wirkmächtig Geltung verschafft, soweit sich mittlere, wahre und interpolierte Lilith in einem gewissen Orbis zueinander befinden. Zum Beharrungsvermögen sei abschließend angeführt, daß auch bei von zodiakalen Grobmotorikern wie dem Widder oder Löwen dominierten Horoskopen durchaus Momente auftreten, im welchen die Seele Reue, ja Entsetzen empfindet angesichts bewußt oder unbewußt über die Konstellationen in die Zeit gebrachter Untaten. Diese über die astrologische Determination hinausgehenden Empfindungen von Reue, Schuld und Sühne konnten dem gegenüber im Falle lilith’scher Dominanz sehr explizit im Kontext weiblicher Horoskope niemals beobachtet werden. Das lilith’sche Spektrum verfügt über Möglichkeiten, diese dem Lichte adäquaten Expressionen der Seele konsequent zu unterdrücken, zu verhindern, eine solitär isolierende Komponente zu implementieren, was sich in den Horoskopen der Frauen sehr viel prägnanter durchsetzt.
- ↑ Die Logik des Dämonischen; cf. Diary of an American Exorcist, Msgr. Stephen Rossetti, 2021
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