婆羅門 · 形而上學占星術

न यॊनिर नापि संस्कारॊ न शरुतं न च संनतिः कारणानि थविजत्वस्य वृत्तम एव तु कारणम
सर्वॊ ऽयं बराह्मणॊ लॊके वृत्तेन तु विधीयते

Chinese

。。。 甲子 乙丑 丙寅 丁卯 戊辰 己巳 庚午 辛未 壬申 癸酉 甲戌 乙亥 丙子 丁丑 戊寅 己卯 庚辰 辛巳 壬午 癸未 甲申 乙酉 丙戌 丁亥 戊子 己丑 庚寅 辛卯 壬辰 癸巳 甲午 乙未 丙申 丁酉 戊戌 己亥 庚子 辛丑 壬寅 癸卯 甲辰 乙巳 丙午 丁未 戊申 己酉 庚戌 辛亥 壬子 癸丑 甲寅 乙卯 丙辰 丁巳 戊午 己未 庚申 辛酉 壬戌 癸亥 。。。

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壬寅 年
rényín nián
Jahr des Wasser-Tigers

壬寅 年

Bemerkenswerte Konstellation des 18.02.2022
壬寅 時 | 壬寅 日 | 壬寅 月 | 壬寅 年


Transkription des Chinesischen

Soweit nicht anderslautend angeführt, werden auf diesen Seiten alle chinesischen Schriftzeichen in traditionellen Langzeichen (fántǐzì 繁體字) und alle Lautumschriften in hànyǔ pīnyīn 漢語拼音 wiedergegeben.

Pīnyīn ist die 1956/57 in China eingeführte und 1982 seitens der ISO als internationaler Standard anerkannte Romanisierung des Hochchinesischen pǔtōnghuà 普通話 (auch „Mandarin“ benannt). Pīnyīn beinhaltet die Wiedergabe der vier Töne der chinesischen Sprache (sìshēng 四聲) und bedient sich lateinischer Buchstaben.


引用


Die Zauberperle

黃帝遊乎赤水之北,登乎崑崙之丘而南望,還歸,遺其玄珠,使知索之而不得,使離朱索之而不得,使喫詬索之而不得也。乃使象罔,象罔得之。黃帝曰:異哉!象罔乃可以得之乎?

Der Herr der gelben Erde wandelte jenseits der Grenzen der Welt. Da kam er auf einen sehr hohen Berg und schaute den Kreislauf der Wiederkehr. Da verlor er seine Zauberperle.
Er sandte Erkenntnis aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder. Er sandte Scharfblick aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder. Er sandte Denken aus, sie zu suchen, und bekam sie nicht wieder.
Da sandte er Selbstvergessen aus.
Selbstvergessen fand sie.
Der Herr der gelben Erde sprach: „Seltsam fürwahr, daß gerade Selbstvergessen fähig war, sie zu finden!“

莊子 南華眞經, Zhuangzi Nanhua zhenjing
Zhuangzi, Das wahre Buch vom südlichen Blütenland, II. Exoterisches, Buch XII, Kapitel 4


Chinese

Entrée Chinese

Gleich zu Beginn sei darauf verwiesen, daß „China“ in „China“ nicht „China“ genannt wird. Jener in weiten Teilen der Welt selbstverständliche Terminus „China“ entfaltete, lautsprachlich den chinesischen „Qin“- und „Jin“-Dynastien entlehnt, seine Verbreitung über die vorderasiatischen, dann europäischen und schließlich in die englischsprachigen Länder hinein. Der originäre und im Mutterlande an allen Orten vernehmbare Landesname lautet Zhōngguó 中國, welcher mit „Reich der Mitte“ präzise übersetzt wäre. 1

Aufgrund der vieltausendjährigen Geschichte Zhōngguós deuten allenfalls Sagen und Mythen einen Eindruck über die Ursprünge nicht weniger Disziplinen chinesischer Metaphysik an. 2 Weil nun die auf allen Ebenen gleichsam faszinierende wie erstaunliche Metaphysik e. g. des Yìjīng 易經, 3 welches bereits einige Jahrtausende vor Christus entwickelt wurde, in der Tat für sich selbst spricht und nach wie vor bis auf längere Sicht weiteres so manchen strammen Rationalisten oder religiösen Fanatiker zu hartnäckiger Verdrängung veranlassen muß, wollen wir peu à peu die relevantesten Bereiche der „Scharlatanerie“ chinesischer Coleur ein wenig beleuchten.

石獅。 雌性。 (shíshī, cixing)石獅。 雌性。

Chinesische Metaphysik?

Desweiteren sei darauf verwiesen, daß uns die problematische Kategorisierung des Chinesischen in die Rubrik „Astrologia“ durchaus klar ist. Weil aber unser Werdegang und so auch diese Seiten nun einmal so herangewachsen sind, wollen wir daran bis auf Weiteres auch nichts ändern. Die Zuweisung in eine oberbegriffliche Kategorie „Metaphysik der Kulturen“ wäre wohl von Anfang an die bessere Strukturierungsbasis gewesen.

Wie auch immer: Es ist trauriges westhemishärisches Faktum, daß den chinesischen Betrachtungen von so mancher Seite westlicher Philosophie der an sich philosophische, besonders aber metaphysische Charakter in Gänze abgesprochen wird. Mit anderen Worten, die Chinesen hätten keine Metaphysik, allenfalls Weisheitslehren hervorgebracht, zu höherer Erkenntnis jenseits der Materia wären sie wohl nicht imstande gewesen. Sehr persönlich gesprochen, sträuben sich mir sämliche Haare angesichts solch allzu typischer Arroganz, zumal derlei exclusivpostulierende „Kritiker“ in der Regel aus der Perspektive ihres beschränkten materialistischen Reduktionismus und Rationalismus sich anmaßen, Dinge zu entwerten, deren Horizont den ihren sprengt. Was wußte ein Hegel denn schon über den Osten; der Großteil der Schriften ist bis zum heutigen Tage noch nicht übersetzt. 4

石獅。 雄性。 (shíshī, xiongxing)石獅。 雄性。

Himmel (tiān) und Erde (dì) werden im Chinesischen immer zusammen gedacht: 天地 (tiāndì). Inwieweit sich der berühmte (dem Konfuzianischen wesenstypische) chinesische Pragmatismus 5 mehr Gedanken ums Immanente als ums Transzendente macht, ist eine Frage der ggf. höheren Gewichtung der Auswirkungsebene. 6 Idealerweise gilt, wie der Landesname Zhōngguó bereits andeutet, das altehrwürdige Prinzip der Mitte: zhōngyōng 中庸. Im übrigen wird bekanntlich auch dem Angelsächsischen pragmatische Mentalität nachgesagt, was u. a. in der Lektüre englischer Philosophen deutlich zum Ausdruck kommt. Nun wurzelt britisches Denken nicht im Chinesischen: der britische Pragmatismus ist ein anderer.

Zum Letzten sei darauf verwiesen, wie sehr wir das Chinesische von Anbeginn lieben und achten. Wir müssen nicht „sinologisiert“ werden. Wir mochten China schon immer. Doch stehen diese Seiten in keinerlei Zusammenhang zur Ideologie der Gòngchǎndǎng 共產黨, der Kommunistischen Partei Chinas. Ebensowenig wie den kommunistischen fühlen wir uns jedoch Gegenentwurf-Schimären wie etwa dem Neoliberalismus verbunden. Müßig ferner die Kommentierung des kolonialistischen, speziell englischen „Pragmatismus“ in den Opiumkriegen etc., des Richtig oder Falsch im Denken und Tun eines Máo Zédōng 毛澤東 oder Sūn Yìxiān 孫逸仙. Politisches zu ignorieren, wäre sträflich. Unser Hauptthema ist es nicht. 7

Claus Rotter
Erste Fassung wohl in 2008/2009 (?)
Redigierung I am 25.07.2021, 07:10h
Redigierung II am 07.08.2021, ~ 02:00h

Fußnoten
  1. Wie nun also der Eigenname „Chinas“ Zhōngguó 中國 lautet, so lautet der Eigenname „Indiens“ Bhārat भारत.
    Es war dem Autor angesichts entsetzlicher Terminus-Verstümmelungen wie „Schiehna“ (Konrad Adenauer) persönlich wichtig, diese Korrektur anzumerken. Dem chinesischen Selbstverständnis liegt zum einen großer Stolz inhärent, allerdings bezieht sich dieser weniger auf bestimmte Dynastien der chinesischen Historie, als vielmehr und im Wesentlichen auf die Leistungen des chinesischen Volkes an sich und seine vieltausendjährige Geschichte. Zum Ausdruck kommt dies u. a. in der Selbstdefinition des „Reichs der Mitte“, welche ganz wörtlich zu nehmen ist. In älteren chinesischen Weltkarten wurde Zhōngguó in der Tat ins Zentrum der Welt gesetzt. Für einen „Mittelreichler“ ist Zhōngguó gewissermaßen heiliger Boden. Zum anderen ist das Prinzip der Mitte ein urchinesisches, welches sich nicht allein auf Territorien resp. die Zentralebene bezieht: Maß und Mitte, das Wahren der Ausgewogenheit, zhōngyōng 中庸, das ist der eigentliche Kern traditionell chinesischen Denkens.
  2. Die aktuell wissenschaftlich verifiziert älteste chinesische Schrift, die Jiahu-Schrift 賈湖契刻符號 (jiǎhú qìkè fúhào), entstammt der Zeit um 6600 v. Chr.: „Jiahu-Schrift bezeichnet die 16 Markierungen auf prähistorischen Artefakten, die in Jiahu (Henan, China) gefunden wurden und zu der neolithischen Peiligang-Kultur gehören. Sie wurden auf eine Zeit um 6600 v. Chr. datiert. Einige Archäologen glauben, daß die Zeichen in einem Zusammenhang mit der Orakelknochen-Schrift stehen (z. B. die vergleichbaren Zeichen für ‚Auge‘, ‚Sonne‘, ‚Tag‘), aber einige zweifeln daran, daß sie überhaupt auf Schrift hinweisen.“ (URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Jiahu-Schrift aus 12/2015)
  3. Die Ursprünge der Strukturen und Prinzipien des Yìjīng 易經 (auch Zhōuyì 周易) und mithin dessen Wurzeln liegen aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge im zweiten bis dritten Jahrtausend vor Christus. Das Yìjīng ist nota bene der erste der noch von Konfuzius selbst zum Studium besonders empfohlenen sogenannten „Fünf Klassiker“ 五經 (wǔjīng) und damit des klassischen Kanon des Konfuzianismus.
  4. Dies gilt e. g. für mannigfaltige Schriften des Daoismus ebenso wie für Schriften des Hinduismus oder des Mahayana und Vajrayana etc. Als Beispiel sei genannt das erste europäische Werk, welches in der Tat fundiert und damit nachvollziehbar von den Acht Zeichen 八字 (bāzì) handelt. Es wurde im Jahre 2000 seitens Manfred Kubny publiziert. Europäische „Wissenschaft“ freilich ignoriert diese Erkenntnisse.
  5. Kǒngzǐ 孔子, der sich auf die Tradition rückbezog und diese ja „nur“ subsumierte, wird insofern über Gebühr ins Zentrum gerückt. Auch berühmte Gelehrte wie Glasenapp tun das (cf. Note 6). Damit steht er freilich nicht allein, der Konfuzianismus wurde bereits in der frühen Han-Dynastie zur Staatsdoktrin erhoben und erfuhr einige erhebliche Modifikationen im Kontext zur Verwaltung von Gemeinschaft, deren Strukturierung sowie der Instrumentalisierung für die Zwecke der Ausübung von Macht. Ebenso erfuhr er seine Höhen und Tiefen, letztere nicht allein im China Máos. Kǒngzǐ selbst genießt über die Jahrtausende im Chinesischen bis hin zur Apotheoisierung allerhöchsten Stellenwert, sei es im Rahmen eines vom Menschen gern und oft betriebenen Personenkultes, ob als idealisierte moralisch-ethische Instanz, Symbol- resp. Identifikationsfigur, Projektionsfläche oder Mythos, letzlich im Konglomerat all dessen. Das im maoistischen China undenkbare Firmieren unter „Konfuzius-Institut“ 孔子学院 (Kǒngzǐ xuéyuàn) offenbart bei allen kritischen Konnotationen des Westens den fluiden Prozeß der Rückbesinnung auf tradierte Werte.
  6. Es wäre allerdings verfehlt, die dezidiert irdische Verwurzelung des Chinesischen zu relativieren: „Dem in weltabgewandter Beschaulichkeit überschwenglichen Jenseitshoffnungen hingegebenen oder in ekstatischer Inbrunst sich in mythologische Phantasien einspinnenden frommen Inder steht der typische Sohn des Reiches der Mitte, der Konfuzianer, als ein praktischer und nüchterner Tatsachenmensch gegenüber, der nie den festen Boden unter den Füßen verliert und in optimistischer Lebenbejahung allein im Diesseits die Erfüllung seiner Wünsche erwartet.“. Dies zu zerreden, entspräche dem Zeitgeist, änderte aber nichts an der prinzipiell sehr richtigen Feststellung Helmuth von Glasenapps. Es sei erwähnt, daß vier der zwölf Erdzweige des Mondkalenders der Erde angehören, in der Terminologie der Tiere namentlich Büffel, Drache, Ziege und Hund. Der Drache ist nota bene die (erste) Yáng-Erde (!) Desweiteren die beiden Metalle, Kinder der Erde, mithin Erde in Verdichtung: Summa summarum sechs explizit terrestrische Positionen. Es ist wohlgemerkt ein großer Irrtum, die Lehren zum Yìjīng, zum Dào, Qì und Yīnyáng etc. allein dem Daoismus zuzuschreiben.
  7. Es lebe die Streitkultur. Mittlerweile treten sich die Legionen politischer Aktivisten (oder die, die sich dafür halten) nun wirklich nur noch gegenseitig auf die Füße. Zehn Ärzte, zehn Diagnosen. Viele Köche verderben den Brei.
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