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न यॊनिर नापि संस्कारॊ न शरुतं न च संनतिः कारणानि थविजत्वस्य वृत्तम एव तु कारणम
सर्वॊ ऽयं बराह्मणॊ लॊके वृत्तेन तु विधीयते

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Falsifikati

Sonnenzeichen-Astrologie
Keltisches Baumhoroskop
Indianisches Horoskop

Zum Medicine Wheel

Das Medicine Wheel nach Vincent LaDuke und im Besonderen dessen Zuordnungen sind nicht  identisch mit den Medicine Wheels der autochthonen indigenen Ethnien des heutigen Amerika.

LaDukes Medicine Wheel besteht aus 36 Steinen in bestimmter Anordnung, welche sich aber im weiteren Verlauf differenziert, abhängig vom jeweiligen Autor bzw. dessen jeweilig publizierter Sichtweise („Sun Bear“ und „Wabun Wind“ setzen e.g. die Erde als zweiten Stein, „Star Spider Dancing“ die Sonne usf.). Definitiv jedoch wurden den Geisthütern der Himmelsrichtungen drei Monde resp. Tiere zugeordnet.

In der Hoffnung, die originär LaDuke'sche Anordnung wiederzugeben, wollen wir eine Impression des Grundgedankens vorlegen. Gleiten Sie hierfür onMouseOver über die Graphik, um den visuellen Eindruck durch die Informationen in den Tooltips abzurunden.

Literaturhinweis

Das Medizinrad - Eine Astrologie der Erde,
Sun Bear & Wabun, Trikont-dianus Buchverlag GmbH München, ISBN

Weiterführendes

http://de.wikipedia.org/wiki/Medicine_Wheel
http://en.wikipedia.org/wiki/Medicine_Wheel
http://de.wikipedia.org/wiki/Vincent_LaDuke

Suprathematisches

The North American Indian
The Vanishing Race

Medicine Wheel nach Vincent LaDuke (Sun Bear)

Das sogenannte „Indianische Horoskop“

Es sei darauf hingewiesen, daß es sich bei der längst nicht nur in New Age und esoterischen Kreisen reflektierten „indianischen Astrologie“ ebenso wie beim nicht wirklich „keltischen Baumhoroskop“ um ein gleichsam in den letzten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts kreiertes System handelt. Die eigentliche Intention des von Vincent LaDuke (aka Sun Bear, Protagonist und innerhalb der Bewegung verehrte Galionsfigur) entwickelten und gegen den Widerstand „indianischer“ Schamanen so publizierten Synthese tausende Jahre alter „indianischer“ Spiritualität mit in primis traditionell-astrologischen Grundprinzipien scheint hingegen nicht mit jener des „keltischen Baumhoroskops“ gleichbedeutend.

Das wohlbekannte Marketing diesmal vermeintlich „indianischer Astrologie“ braucht indes in keiner Weise einen Vergleich mit dessen eben jenem unsäglichen Baumhoroskops zu scheuen. Darüber hinaus ist dem das „Indianer-Horoskop“ favorisierenden (speziell deutschen) Typus des sich im Grunde für Winnetou Wähnenden eine in der Tat gravierende Fehleinschätzung bezüglich Selbstwahrnehmung schwerlich abzusprechen. Karl May sei Dank.

Anzunehmen, die Zuordnungen der vier Elemente zu sogenannten „Clans“ sowie die resultierenden zwölf Zeichen seien genuin „indianischer“ Tradierung entsprungen, markiert auch und gerade bei vorhandenen Kenntnissen ums Medicine Wheel einen schon recht hohen Gipfel an naiver Betrachtung. Zu den innerhalb der Trivialliteratur wahrlich beachtlichen, wundersam bis ins Wort sich gleichenden Analogien hinsichtlich der Charakterbeschreibungen sowie zur sowohl austauschbaren als auch iterativ-ermüdenden Pseudo-Partnerschaftsanalyse im Stile von „Wie verträgt sich Braunbär mit Lachs“ (vgl. „Ölbaum mit Pappel“  etc.) muß kein weiteres Wort mehr verloren werden.

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, sei eine solche Art und Weise der Darstellung allenfalls wohlmeinend mit dem chinesischen Jahreskalender Tong Shu, einer Publikation simplifizierter traditioneller chinesischer Metaphysik „fürs Volk“, welcher jedoch immer noch recht fundiert daherkommt, ansatzweise zu vergleichen.

Zuordnungen des sogenannten „Indianischen Horoskops“


Element Clan Zeichen Mond Zeitphase
Feuer Donnervogel Falke (Habicht) Mond der knospenden Bäume 21.03. - 19.04.
Erde Schildkröte Biber Mond der rückkehrenden Frösche 20.04. - 20.05.
Luft Schmetterling Hirsch Mond der Kornfelder 21.05. - 23.06.
Wasser Frosch Specht Mond der starken Sonne 23.06. - 22.07.
Feuer Donnervogel Lachs Mond der reifen Beeren 23.07. - 22.08.
Erde Schildkröte Braunbär Mond der Ernte 23.08. - 22.09.
Luft Schmetterling Rabe (Krähe) Mond der fliegenden Enten 23.09. - 23.10.
Wasser Frosch Schlange Mond des Frostes 24.10.- 21.11.
Feuer Donnervogel Eule Mond des langen Schnees 22.11. - 21.12.
Erde  Schildkröte Schneegans Mond der sich erneuernden Erde 22.12. - 19.01.
 Luft Schmetterling Otter Mond der Rast und Reinigung 20.01 - 18.02.
Wasser Frosch Puma (Wolf) Mond des großen Windes 19.02. - 20.03.
Anmerkung: Zuordnungen nach Vincent LaDuke; die Angabe der Zeitphasen differenziert in der einschlägigen Literatur um den einen oder anderen Tag.

Kommentar

Die Problematik der hier angestrebten Fusion liegt in den hochgradig schwer zugänglichen und zudem keinesfalls einheitlichen Quellen tradierter Spiritualität indigener Völker der dankenswerterweise ja nun „Neuen Welt“ — sofern diese Jahrhunderte nach dem nicht in Worte zu fassenden, ungeheuerlichen Genozid, der einhergehenden Zerstörung kulturellen wie spirituellen Gutes sowie der stattgefundenen erheblichen Vermischung mit Metaphysik externer Ethnien überhaupt noch vorliegen sollten. Fakt ist, daß die autochthone Metaphysik des heutigen Amerika nur noch in Fragmenten besteht, nur noch Wenige tiefere Kenntnis davon besitzen und das Szenario von wild wucherndem, mystifizierendem Eklektizismus überlagert wird. Schlußletztlich ist davon auszugehen, daß die große Majorität noch wissender Nachfahren überlebender Ahnen des Massakers aus nachvollziehbaren Gründen nicht daran interessiert ist, ihr Spirituelles ausgerechnet dem Weißen Mann auf dem Silbertablett zu offerieren.

Ceterum censeo, von Seiten des in 1992 verblichenen Vincent LaDuke sicherlich gut gemeint, jedoch nicht zum erwünschten Ziele führend, war oder ist seine nicht eben von exponiert fundamentaler Erkenntnis kundende Ambition, „den Weißen einen Schlüssel zur Wiederverbindung mit Mutter Erde in die Hand zu geben“ — wo doch das materielle Prinzip in der vorherrschenden Zeitphase in einer solch vehement aus dem Ruder gelaufenen Weise dominiert, daß es vielmehr gilt, eine Versöhnung mit dem Himmel zu erreichen, um das aufgrund allzu irdischer Orientierung bestehende eklatante Ungleichgewicht, hervorgerufen durch die Verdrängung des Wirklichen und dem unvermeidlich daraus resultierenden Selbstvernichtungsmechanismus, wieder ins Lot zu bringen.

Claus Rotter
05.10.2012, 10:45h

Deinde scriptum

Es ist im Ethnologischen in sehr vielen Fällen schwierig bis heikel, von unverwechselbarer eigenständiger Kultur zu reden. Beispielsweise kann bei den Nivchi, ostsibirischen Ureinwohnern, deren Ursprung unbekannt ist, von einer solchen gesprochen werden. Der Schamanismus indigener Völker des heutigen Amerika hinwiederum weist starke Parallelen zum asiatischen Schamanismus auf und hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit seine Wurzeln in diesem Raum, welche Theorien zufolge offenbar in archaische Zeiten zurückreichen, als die Kontinentalplatten noch nicht getrennt waren. Andere Theorien sprechen von frühzeitlichen Wanderbewegungen der Völker, präkolumbischen Fahrten oder dem versunkenen Atlantis als u.a. spiritueller Wiege der Menschheit, worin wieder andere eher Asien, Afrika oder gar Außerirdische vermuten. Eine Rekonstruktion archaischer kultureller Provenience ist in jedem Falle höchst aufwändig. Wo die Ursprünge liegen, ist und bleibt bis auf Weiteres umstritten, eine detaillierte retrospektive Explikation mit bekannten, speziell wissenschaftlichen Mitteln und Methoden unmöglich. Bezüglich jeweiliger regionaler Orientierung lässt sich neben zahlreichen primär archäologischen Relikten noch praktizierter, jedoch vielerorts bekämpfter, wünschenswerterweise authentisch tradierter Schamanismus nachweisen. Aber wie auch immer: Vieles ist verlorengegangen, vieles liegt im Verborgenen, vieles verbleibt spekulativ.

„Nichts trennt die Völker mehr als kulturelle Arroganz, kultureller Hochmut; nichts verbindet sie mehr, als Kenntnis von und Respekt für die anderen. Es relativiert nicht die Bindung an die eigene Kultur, im Gegenteil: Es bestärkt die Zuneigung zur eigenen Wurzel.“
Richard von Weizsäcker, 10.04.1987

CR, 12.10.2012, 19:15h

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