न यॊनिर नापि संस्कारॊ न शरुतं न च संनतिः कारणानि थविजत्वस्य वृत्तम एव तु कारणम
सर्वॊ ऽयं बराह्मणॊ लॊके वृत्तेन तु विधीयते

Incipit

VRS:NSMV:SMQL:IVB
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News et alia
Omnia tempus habent
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⚔︎ Mars ante portas ⚔︎
उत्तरायण  |  दक्षिणायण
Prinzipielles
Metaphysica
(aus gr.: μετά und ϕύσις)

Realdefinition
Der Begriff Metaphysik umfaßt jene der Philosophie zugehörige Disziplin, welche das hinter der sinnlich erfahrbaren, natürlichen Welt Liegende (τὰ μετὰ τὰ ϕυσιϰά), die letzten Gründe und Zusammenhänge des Seins behandelt (klassische Trias Logik–Ethik–Metaphysik).

Nominaldefinition
In der Terminologie dieser Seiten umfaßt der Begriff Metaphysik alle mithin finalen Disziplinen philosophischer, theologischer, astrologischer, esoterischer, mystischer und mediumistischer Varietät. Aller Kontext gründet somit nicht auf dem allein rationalistischen Verständnis von Metaphysik und Eschatologie der akademischen Philosophie und Theologie, deren analytischer Konzeption und Methodologie, Epistemologie und Ontologie.

Reflektion
Die Reflektion von Metaphysik im obig nominal definierten Sinne beinhaltet auf diesen Seiten sehr dezidiert die immanenten Evidenzen sowie daraus resultierende Themata um autoritative Potenzen. Das Transzendente an sich wird nicht hinterfragt oder zu beweisen gesucht. Unschwer verständlich kann die speziell im Westhemisphärischen seit Langem betriebene Verwerfung dessen nicht unerwähnt bleiben. Im Wesentlichen deskriptiver Linie folgend, wird allzu Spekulatives gemieden.

Synonyma
Jeweiliger Interpretation gemäß tangierende resp. analogisierende westliche Termini zum Metaphysischen belegen Begriffe wie e.g. das Transzendent(al)e, Supranaturale, Extramundane, Perseide, Numinose, Sakrosankte etc. Im weniger verklausuliert Religiösen ist freilich von Gott, den Göttern oder dem Göttlichen die Rede; oftmals wird einfach vom „Licht“ gesprochen. Im Fernöstlichen kündet man diese höchste Instanz betreffend im Indischen apersonal vom brahman ब्रह्मन् oder dharma धर्म, im Chinesischen meist vom dào und bezüglich eines personalen Gottes von einem shén oder dem Shàngdì 上帝. Aus der Multilingualität Indien sei hierzu der hyperonyme Terminus deva देव genannt.

Ἴρις aka Eritque arcus

Um die Bedeutung des Regenbogens in unserem sogenannten „Logo“ befragt, soll nun dem Grunde nach unsere ausdrücklich mythologische, mithin metaphysische Bezugnahme betont werden:

„Der Regenbogen ist von jeher ein wichtiges Element zahlreicher Mythologien und Religionen über alle Kulturen und Kontinente hinweg. Die Mythen sprechen ihm dabei oft die Rolle eines Mittlers oder einer Brücke zwischen Götter- und Menschenwelt zu. Mythologien ohne Regenbogen sind selten.“

Niemals vertraten wir anderweitige Lesart. Niemals stand der Regenbogen in diesem von uns von Anbeginn gepflegten Verständnis im Kontext zu Symbol-Okkupationen zeitgenössischer Strömungen welcher Orientierung auch immer.

Aus dem Biblischen sei hierzu angeführt der Alte Bund Gottes mit Noah und den Menschen (Genesis 9, 14–15): „… so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken. Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch.“.

Non-commercial

Sofern nicht anderslautend angeführt, sind die auf diesen Seiten zur Verfügung gestellten Materialien, insbesondere sämtliche Texte, Transkriptionen und Transliterationen metaphysischer Schriften, expressis verbis nicht für kommerzielle Nutzung vorgesehen. Wir danken für Fehlermeldungen.

Wikipedia

Wir pflegen den Habitus, Kontextuelles, Weiterführendes und Suprathematisches zu diversen Themenbereichen mit den hierzu vorliegenden Wikipedia-Seiten zu verlinken. Aus guten Gründen empfehlen wir prinzipiell und besonders im Zweifelsfalle das Einlesen der englischen Wikipedia.

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gr.: Πυθία (Pythía)
Πυθία

ar.: خمسة (Hamsa)
خمسة

Entrée principale

Diese Seiten sollen einen Versuch in medias res darstellen, idealiter holistische, nicht egalitaristische Kontrapunkte zu setzen zu einem in weiten Bereichen ebenso ideologisiert

materialistisch-existenzialistischen, funktionalistisch-utilitaristischen, rationalistisch-intellektualistischen, positivistisch-dekonstruktivistischen, relativistisch-detranszendentalistischen wie folgerichtig gleichsam infantilisierten Zeitgeist.


Dem gemäß reflektieren/rezipieren diese Seiten nicht ausschließlich die brahmanischen Linien und Lehren der Sanātana Dharma सनातनधर्म. Obgleich deren elementare Prinzipien, deren Charakter, Gestus und Duktus nicht aufgehoben werden, ist die Interpretation des aus dem Sanskrit stammenden Terminus „brāhmaṇa“ ब्राह्मण sowohl im semantisch-hermeneutischen Sinne als auch im Kontext zu den hier eruierten Themenbereichen volitiv frei, nicht aber beliebig intendiert und keinem weltanschaulichen, religiösen, philosophischen, esoterischen, astrologischen, keinem wissenschaftlichen oder gar politischen System, Denk- oder Erklärungsmodell respektive Exklusivitäts- oder Orthodoxiepostulat verbunden.

Wie auch die Disziplinen traditioneller chinesischer Metaphysik „dem einen Quell entspringend“ ganzheitlich sinnvoll (teleologisch?) ineinanderfließen, so ist es gleichsam ein Unding, eine im Okzident vollzogene Trennung der einst in den Septem artes liberales in Trivium und Quadrivium ebenso weise wie weitsichtig kanonisierten Disziplinen zu forcieren. (Wie man es nicht machen sollte. Exemplarisch hierzu angeführt sei die jedweden pathogenetischen Befund kontraindikativ ausschließende, ferner hochgradig profitorientierte spezialisierende Diversifikation westhemisphärischer Schulmedizin. Etymologische Sequenz Heil | heilen | heilig. Eine nichtheilende Medizin ist eine unheilvolle, unheilige.)

„Gleich welche Disziplin vorgibt, Wahrheit zu suchen und das Astrologische perhorresziert, sucht nicht Wahrheit.“
CR

Cui bono?

Die ganze Wahrheit liegt niemals innerhalb geschlossener Systeme.
Es spielt immer alles zusammen!

In diesem Sinne legen wir exorbitanten Wert auf unsere Independenz.

Wir distanzieren uns nachhaltig von jedweder fundamentalistischen Religiosität, von sektiererischen Denominationen, Ideologismen und Fanatismen, von aus metaphysischen Weltanschauungen abgeleiteten oder untermauerten diskriminierenden, rassistischen oder antisemitischen Ideologien sowie von satanistischen oder vergleichbar dämonologischen Strömungen. Desweiteren distanzieren wir uns ebenso nachhaltig von aus astrologischen Konstellationen assoziierten, ob nun antagonistisch oder diletierend hierarchischen Interpretationen, Elitarismen, Idiolatrien und Apotheosen.

Non draco sit mihi dux.

Intentio operis

Labyrinth (Barbara Henniger, 1989)
Labyrinth | © Barbara Henniger

Bei wahrhaftigem Streben nach Wahrheit ist es ein zweifellos komplexes Unterfangen, verbindliche Erkenntnis derselben erreichen zu wollen. Begibt man sich nun ins babylonische Sprachgewirr des geisteswissenschaftlichen Labyrinths und vergleicht die in Schriften formulierten Gedanken dessen Protagonisten, so zeigt sich eines jeden großen Denkers Stande, kultureller Provenience, dessen System und Methodik adäquate, mithin perspektivische und somit subjektiv-aposteriorische Artikulation, was nicht nur in Einzelfällen in einen aus Hybris, Ignoranz und weltanschaulicher Ideologie fließenden Ausschließlichkeitsanspruch mündet(e) anstelle in die Erkenntnis jener so hehren Wahrheit: „Rechnet damit, es mit einem störrischen Völkchen zu tun zu bekommen.“

Babylonisches Sprachgewirr (Robert Crumb, Genesis, 2009)
Babylonisches Sprachgewirr
Robert Crumb | Genesis (2009)

Letzteres dezidiert im Kontext zur Konformität vs. Nonkonformität jeweiliger Erkenntnistheorie mit gängigen Lehrmeinungen, gegenseitigen Instrumentalisierungen im Zusammenhang von Macht, Status und dergleichen, dem sukzessiven Auftauchen sektiererischer Diadochen sowie einer Anhängerschar, deren in Kürze skizziertes Spektrum von seriös ambitioniert bis flanierend pseudo-motiviert, von epigonal bis claqueristisch, von eher gleichmütig mitläuferisch bis zu unverhohlen fanatisiert radikalaktivistisch aufleuchtet, sowie den daraus resultierenden Herden-, Gruppen- und Grüppchenbildungen, sich all dies nicht selten bereits zu Lebzeiten des desiderabel Erleuchteten abzeichnet.

Als indes wenig erleuchtet i. e. verblendet ist die kontemporäre Ausschließlichkeit des szientistischen Rationalismus zu sehen, welcher sich im Rahmen eines rigiden, im Kern martialischen Materialismus Geltung verschaffte, sich subversiv in Philosophie wie Religion festsetzte und über den Okzident seinen globalen Siegeszug via gleichsam inquisitorischer Mechanismen vollzog. Dieser entsetzliche Daseinsverlust, dieses Versenken in die tiefsten Tiefen der Verdrängung, ist ein ungeheuerlicher und ein in der Geschichte der Menschheit in dieser Dimensionalität noch nie dagewesener, unvergleichlicher Vorgang.

सत्यमेव जयते
„Allein die Wahrheit siegt.“
sanskr.: Satyameva Jayate

„Quid est veritas?“
Pontius Pilatus zu Jesus Christus
Joh 18,38

Diese Erscheinungen mögen funktional bestenfalls „menschliche“ Natur aufweisen und auch den einen oder anderen profitierenden Charakter amüsieren, sind jedoch in keiner Weise objektiver Wahrheitsfindung, wirklicher Entwicklung oder gar Erlösung förderlich, sofern man Idiolatrie, das Ausmerzen von Wirklichkeit mit allen resultierenden Folgen sowie endloses Gezänk nicht als metaphysische Erkenntnis per se betrachtet und den Gedanken favorisiert, nur aus der sakrosankten Ratio des Dialektischen heraus sei evolutiv Erkenntnis und damit definitives Wissen erreichbar.

„Die Wahrheit mag wichtig sein,
aber ohne Liebe ist sie unerträglich.“
Benedictus PP. XVI, „Caritas in Veritate“

Ganz spezielle Probleme wiederum verursachen einem jeden „Suchenden“ die aus verschiedenen Gründen beobachtbaren resp. so empfundenen Neigungen des Menschen zu Superbia, Hypokritie, Kontravention, Euphemismen, zu Widersprüchlichkeit, Lug und Trug und Schlimmerem sowie die jedenfalls in der irdischen Seinsebene zuhauf auftretenden Artikulationen der gleichsam so empfundenen Paradoxien und Absurditäten.

信言不美。美言不信。
„Wahre Worte sind nicht schön.
Schöne Worte sind nicht wahr.“
Daodejing, 81. Abschnitt

Weil nun niemand ernsthaft behaupten kann, frei zu sein von sogenannten Unzulänglichkeiten und ein jeder an die Grenzen des Gestalthaften gelangt, ist es im Sinne einer objektiv-verbindlichen höheren Erkenntnis gute Tradition, stets bestrebt zu sein, erkenntnistheoretische Trugschlüsse methodisch auszuschließen resp. systeminhärente Störfaktoren im Überschaubaren zu halten. Dieser Herangehensweise konform gehend soll dies gleichsam auf diesen Seiten bestmöglichst realisiert werden.

„Die Wahrheit ist unser wertvollstes Gut.
Laßt uns sparsam mit ihr umgehen.“
Mark Twain

Die Intention dieser Seiten ist nun zum einen und ganz prinziell die Frage aller Philosophie:
   Wie können wir apriorische Erkenntnis erlangen?
   Wie können wir Gestalt unabhängig vom Empirischen erfassen?

„Wer die Wahrheit sagt,
habe ein schnelles Pferd.“
Aus dem Arabischen

Zum anderen wollen wir über das „Sein“ und die „Dinge“ hinaus elementaren anthropologischen Fragen nachgehen, wie e.g.
   Kreationismus vs. Evolution?
   Determinismus/Prädestination vs. Indeterminismus? etc.

Siegelwappen der Inquisition
Wahrheit und ihre Feinde

Siegel der Theosophischen Gesellschaft
Wirklich höhere Wahrheit?

Im weiterführenden und wohl wesentlichen Sinne liegt die Intention dieser Seiten darin, in aller zur Verfügung stehenden Entschiedenheit und Konsequenz Tendenzen und Mechanismen zu konterkarieren, deren gewichtigste zeitgenössische Manifestation die oben bereits erwähnte Diktatur des im scheinheilig humanistischen Gewande daherkommendem Rationalismus, jenes szientistischem Consensus omnium materialistischen Reduktionismus’ repräsentiert und die sich gegen Gott, die Wahrheit der Metaphysis und das unmittelbare Leben wenden.

„Ich glaube nicht an Astrologie!“
„Dann lassen Sie’s halt bleiben.
Ob Sie die Transzendenz bezweifeln
oder nicht, spielt ihr keine Rolle.“

Wir treten im Speziellen dieser vordergründig majorativ aus Wissenschaftlern, Klerikern und Politikern bestehenden und wohlgemerkt unbelehrbaren „Concordia contra Metaphysica“ entgegen, welche in ebenso bemerkenswert einmütiger wie hochmütiger Verblendung ein säkularistisches i.e. anthropozentrisch gottloses System inquisitorischer Ausschließlichkeit errichteten, dessen ungeheuerlich destruktives Potential weltweit immer deutlicher zum Ausdruck kommt.

正言若反。
„Wahre Worte sind wie umgekehrt.“
(Die Wahrheit klingt paradox.)
Daodejing, 78. Abschnitt

Schließlich sollen diese Seiten die Ambition visualisieren, sich lege artis jener per definitionem unergründlichen Natur des Göttlichen sowie ihrer offenbaren Wechselwirkungen im konstruktiv synkretistisch-eklektischen Sinne anzunähern, mithin ein Puzzle ersichtlich versprengter Inhalte zusammenzuführen, um in eine resümierende Synthesis, Fusion oder Quintessenz vorausgehender Untersuchungen zu münden resp. den Versuch, zu dieser Frage aller Fragen das eine oder andere Inhaltliche zum Mindesten zu erhellen, sofern sich dies nicht dem Menschenverstande Nachvollziehbarem entzieht.

Unsere wohl sicherlich ambitionierte Zielsetzung kann somit in großer Stringenz keinesfalls darin liegen, einen weiteren Turm zu Babel erbauen zu wollen. Welcher denkbaren Welterklärungsvarietät man auch zuneigen mag: „Si enim comprehendis, non est Deus“ – in chinesischer Entsprechung: 道可道,非常道

Niemals folgten wir daher anthropozentrischen Linien. Der Geist des Menschen ist nicht frei, nicht grenzenlos; er ist beschränkt und nicht zu vollumfänglich finaler Erkenntnis befähigt. Der Geist vieler Menschen geriert sich in Anmaßung und Hybris, ist jedoch nur imstande, zu approximieren. Es ist dem Menschen gegeben, Teilbereiche des Finalen zu erfassen, die Ganzheit jedoch nicht. Die dies glauben oder anstreben, verlieren sich im Faustischen.

Eschatologisches nun als Hirngespinst zu deklarieren, erweist sich noch weniger erkenntnisreich; ein solches Vorgehen gründet weniger in schlechter Rhetorik als im vielmehr Ohnmächtigen, Stupiden, Ignoranten oder Infamen. Auch das „Auflösen der Bindungen“ kann näher durchdacht nicht „der Weisheit letzter Schluß“ sein. Metaphysiker und Mystiker wissen wohl mehr als andere. Doch erst nach dem Passieren der Schwelle werden wir vielleicht sehen, ob wirklich zutrifft, was wir die letzten Dinge betreffend denken, fühlen, meinen oder erwarten. Alles Weitere kann wohl Erkenntnis, aber auch nur Spekulation oder Maya sein. Ein Aufruf zur Gleichgültikgeit ist dies allerdings nicht.

Brahmin

Modus operandi

Es wird also versucht werden, über das (nicht allein analytische, assoziierende und differenzierende) Erfassen des Aufleuchtens der Erscheinungen innerhalb der gegebenen Seinsebene (Raum und Zeit) analogisch zur Ebene des Bildes und der Gestalt vorzudringen. Dieser Vorgang wird die seitens Galilei gesetzte wissenschaftliche Meßbarkeitsdoktrin u. dgl. notwendig hinter sich lassen. Zeitgleich beziehen wir uns nicht auf alleinig subjektive Erfahrungswerte.

Es wird versucht werden, aus bestehenden geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen der Philosophie, Theologie, Mystik, Mythologie, Astrologie, Esoterik sowie kontextueller metaphysischer Disziplinen unter Einbeziehung empirischer Werte eine Ableitung zu finden zum Apriorischen. Sollten empirisch erfahrene Werte dem Epistemischen, insbesondere Doktrinären obiger Disziplinen widersprechen, wird auch dies verworfen werden. Sollte zu metaphysischen Themata nicht selten problematische Objektivierung gegebenenfalls nicht erreichbar sein, wird von der Formulierung finaler Aussagen abgesehen werden.

Beispiel einer finalen Aussage
Elementare Charakteristik des Astrologischen liegt in der holistischen Dimensionalität des Zodiacs.

Beispiel einer sicher nicht finalen Aussage
Die astrologische Determination wurde vom Demiurgen erschaffen und weist daher dämonische Natur auf.

„Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld,
sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.“
Friedrich von Schiller

Es wird versucht werden, jenen Grenzen menschlicher Epistemologie bewußt seiend zu finalen Aussagen zu gelangen, entgegen jenem irrigen „Verzicht auf Letztbegründungen“ detranszendentalistischer Strömungen (cf. Habermas: „Die säkulare Moderne hat sich aus guten Gründen vom Transzendenten abgewendet“). Idealerweise soll zu apriorischen Aussagen subsumiert werden. Dieser Vorgang wird sich nicht allein defizitärer Werkzeuge rational geisteswissenschaftlicher Methodik (e.g. Induktion, Deduktion etc.) bedienen. Wie auch die Artikulationen der Seinsebene sich nicht auf Funktional-Rationalistisches beschränken, werden auch wir im Geiste soweit erfassbarer Erkenntnis das nicht tun.

„Es gibt keine absolute Wahrheit.
Alles ist relativ.“
Contradictio in adiecto

Es wird versucht werden, (erkennbar) Spekulatives als solches zu kennzeichnen; desweiteren soll als Leitsatz gelten, nicht Banales wie Triviales als Erkenntnis metaphysischer Kategorie zu deklarieren, obschon auch und gerade im vordergründig Banalen und Trivialen das Metaphysische zu finden sein mag.

Barbarus hic ego sum, quia non intelligor ulli.
Claus Rotter
Autumnus MMIX

Überarbeitung I 190126
Überarbeitung II 230813
Überarbeitung III 240620

Nachwort

Webpresence

Nach gerundet nunmehr etwa 30 Jahren Webpräsenz und etwa 40 Jahren in Metaphysik und Astrologie (30/40) fühlen wir uns geneigt, unserem (jüngst überarbeiteten) Geleitwort aus 2009 diese Zeilen hintanzufügen.

Wir sind uns bereits seit Längerem um das Defizitäre eines jeden allein rationalen Ansatzes sowie einer jeden verbalen oder schriftlichen Explikation bewußt, insbesondere das Metaphysische betreffend. Desweiteren wissen wir besonders angesichts unserer außerordentlichen Geistesbezogenheit und Sprachbegabung um unsere eigene Ambivalenz hinsichtlich jener im Folgenden formulierten Erkenntnis:

„Worte auf die Waage zu stellen, ist nicht wichtig, denn Unterscheidungen in einer ‚Welt im Fluß’ können immer nur vorläufig sein, situativ und relativ. Lebendiges läßt sich nicht festschreiben, und Begriffe, vermeintlich ‚sichere’ Stützen des Denkens, verstellen nur den Blick auf Wesen und Wandlung der Dinge selbst:“ (cf. Chinesische Philosophie und Bewegungskunst I.2, Gudula Linck 2013)

Obwohl aus der Schau eines Bildes nicht notwendig taxative Erkenntnis zu dessen Inhalten resultiert, vermittelt sie den Gesamteindruck einer Entität, wenn dieser auch selten holistische Inhärenz im eigentlichen Sinne inkludiert. Worte sind hierzu nicht imstande; Definitionen müssen in einander folgende Begriffe vereinzelt werden, der Kontext bedarf damit des Wiederzusammenfügens; hieraus erfolgen Interpretationen und Verfälschungen, und häufig eine Themenverfehlung. In der Schau eines Gartens wird nicht das Gesamte des Gartens ersichtlich; was hinter den Blättern geschieht, verbleibt im Verborgenen, und ins Erdreich des Gartens kann man nicht blicken. Worte können das Bild eines Gartens nicht wiedergeben, auch nicht ein Gemälde. Es ist unmöglich, einem Blinden eine Farbe zu beschreiben. Je komplexer das Bild, umso erforderlich exorbitanter die deskriptive Verbalisierung: Ein Astrologe benötigt sehr viele Worte, um approximativ und plausibel die Zusammenhänge eines Horoskops zu erläutern. Worte zerlegen. Worte ohne Logik sind wirr; Logik aber basiert wie Vernunft stets auf einer Präinstanz, auf welche sie rekurrieren; beide sind zweischneidig kalte Waffen, dem Faschisten wie dem Humanisten dienlich. Wesen und Natur des Wortes, der Logik und der Vernunft ist das sekundär Funktional-Mechanistische, das Polyvalente und Defizitäre. Mechanistische Ordnungsbegriffe können nur auf mechanistische Systeme angewendet werden. Wie der Mensch, der sie definiert, sind sie nicht Πάντων χρημάτων μέτρον, nicht Maß aller Dinge, not Measure of all things.

Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus:
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist Beginn und das Ende ist dort.

Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott.
Sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar,
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.

Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
Rainer Maria Rilke, 1899.
Alles bei ihnen redet, alles wird zerredet. Und was gestern noch zu hart war für die Zeit selber und ihren Zahn: heute hängt es zerschabt und zernagt aus den Mäulern der Heutigen. Alles bei ihnen redet, alles wird verraten. Und was einst Geheimnis hieß und Heimlichkeit tiefer Seelen, heute gehört es den Gassen-Trompetern und andern Schmetterlingen. […]. Alles redet. Niemand will zuhören. Alles bei ihnen redet, niemand weiß mehr zu verstehn. Alles fällt ins Wasser, nichts fällt mehr in tiefe Brunnen.
Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Dritter Teil, Die Heimkehr;
cf. Brunnenmetaphorik des Dào , Zhuangzi 12.11


Redet etwa der Himmel? Die Vier Jahreszeiten gehen ihren Gang, die Zehntausend Dinge 百物 (bǎiwù) wachsen heran. Redet dabei etwa der Himmel?!
Konfuzius, Lunyu 孔夫子 論語 (Kǒngfūzǐ lúnyǔ), 17.19, Yang Bolin 勃麟杨 1980, 188;
cf. Richard Wilhelm 1985, 175 sowie Wolfgang Kubin 2011a, 42.

Gleichwohl wissen wir bei aller Weisheit obiger Worte um jene gewisse Sinnhaftigkeit dieser dem Menschen gegebenen Fähigkeit, sich sprachlich zu artikulieren. Nicht immer wird „alles zerredet“, wie Nietzsche monierte, wobei er selbst recht mitteilsam daherkam. Im Übrigen kommunizieren bekanntlich auch Tiere untereinander. Freilich sind dem Geist der Geschöpflichkeit bei allem Streben nach Wahrheit und Erkenntnis Grenzen gesetzt, ein Umstand, den man nicht bedauerlich empfinden sollte, sondern beruhigend.

a) Zum einen bezweifeln wir nun im Falle des Humanums, aus sich selbst und tiefer Schweigepermanenz heraus sei prinzipiell welcher umfassende Kenntnisstand auch immer erreichbar. Hierzu bedarf es (überwältigendem Empirem gemäß) der Belehrung, mithin der Worte und Schrift. Bspw. René Descartes schwieg nicht fortlaufend, und auch wenn er das getan hätte: „die Philosophie neu gedacht“ hat er nicht. Dies hätte er nur vollziehen können, hätte er im Vorfelde niemals Philosophisches gehört oder gelesen. So aber wußte er um das bereits verbal oder schriftlich Erfahrene und griff darauf zu, um seine „neue“ Philosophie zu entwickeln. Wir bezweifeln, daß Descartes das in langen Jahrtausenden von vielen Denkern entwickelte (westhemisphärisch) Philosophische ohne bereits vorliegende inhaltliche Kenntnis allein aus seinen Denkprozessen heraus in dieser Komplexität hätte entwickeln können.

b) Zum anderen soll damit nicht insistiert werden, Sprache und Schrift oder aus Erfahrenem resultierende Gedankenabfolgen seien das (epistemische) Maß aller Dinge; demzufolge hätte es (eines imaginären Nullpunktes ausgehend) nie eine Entwicklung gegeben. Vice versa kann Erkenntnis aber eben nicht „allein eine Frage des (menschlichen) Geistes“ sein (cf. hierzu e.g. Ludwig Wittgensteins Spätwerk zur sprachanalytischen Philosophie). Ebensowenig wie aus widersprüchlichen Entitäten und Postulaten stringent höhere Erkenntnis abgeleitet werden kann, so kann dies auch angesichts nicht widersprüchlicher Entitäten und Postulate der Fall sein.

c) Ein die rationale Erklärbarkeit hinter sich lassendes Satoɽi 悟り entspricht dem schöpferischen Prinzip, welches, der Finalis entspringend, im Materialen empfangen wird, i.e. nicht aus ihm selbst hervorgeht. Dies als absurd zu deklarieren, würde bedeuten, empirisch erwiesene Fakten zu leugnen. Doch auch eine solche „Erleuchtung“ (im Buddhistischen die Erkenntnis vom universellen Wesen des Daseins), in europäischer Parallele das εὕρηκα der Griechen, zeitigt nicht allumfassende Kenntnis oder Erkenntnis im Sinne eines im Westen so benannten (eher im Profanen wesenden) „Universalgenies“ oder gar eines so gedachten unendlich allwissenden Gottes. Ein Streben nach solchem endet faustisch: Unendliches findet im Endlichen keinen „Raum“.

d) Gleich welche Disziplin vorgibt, Wahrheit zu suchen und das Astrologische perhorresziert, sucht nicht Wahrheit.

e) Es ist ein vornehmlich westhemisphärisch-materialistischer Ideologie geschuldeter gravierender und gesamtkulturell fataler Fehler, die Astrologia rigoristisch in Gänze oder deren dem ideologischen Consensus unangenehmen Bestandteile kategorisch auszuschließen. Es ist ein weiterer dem Ideologischen geschuldeter gravierender Fehler, die astrologische Kunst auf rein methodisches Vorgehen zu banalisieren. Hierallbei ist von der wahren Astrologia die Rede (cf. Johannes Kepler).

„Astrologen sind dem Herrn kein Greuel.
Verblendete schon eher.“
CR 240620

f) Dem antagonistischen Anthropozentriker ist der (wahre) Astrologe freilich ein Greuel.
Wie aber sollten Astrologen (lt. hebräischer Spekulation) dem Herrn ein Greuel sein?

Laborat magister docens tardos
CR Autumnus MMXXIII

230822 00:36h GMT+02:00
240620 06:10h GTM+02:00 [e–f]

 

Der Rächer (Arno Breker, 1940)

„[Es gibt] nichts Neues unter der Sonne.“
אין כל חדש תחת השמש (lat.: „Nihil sub sole novum; nihil novi sub sole“ etc.)
Ecclesiastes passim

„Wandelt würdig der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander in Liebe ertragend.“
Epheser 4,1-2

„Laßt uns die Summe aller Lehre hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das macht den ganzen Menschen aus.“
Ecclesiastes 12,13

„Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.“
1. Korinther 13,13

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